David Kopperfield.
tronen lagen, und zweien jener außergewöhnlichen, aus lauter Ecken und Riefen beſtehenden Käſtchen zum Hin⸗ einſtecken von Meſſern und Gabeln befand, wie ſie zum Heile des Menſchengeſchlechts jetzt aus der Mode ge⸗ kommen ſind.
Miß Murdſtone gab mir ihre eiskalten Fingerſpitzen und ſaß ernſt und ſtreng da. Mr. Spenlow ſchloß die Thür, hieß mich durch eine Handbewegung auf einen Stuhl niederſetzen und ſtellte ſich auf den Teppich vor dem Kamin.
„Haben Sie die Güte, Herrn Kopperfield zu zei⸗
gen,“ begann Mr. Spenlow,„was Sie in Ihrem Strick⸗ beutel haben, Fräulein Murdſtone.“ Ich glaube, es war derſelbe alte, mit einer Stahl⸗ klappe verſehene Strickbeutel meiner Kindheit, welcher wie ein beißendes Maul ſich aufthat. Indem Miß Murd⸗ ſtone ihre Lippen in Sympathie mit dem ſchnappenden Riegel des Schloſſes zuſammenpreßte, öffnete ſie es— wobei ihr Mund ſich zu gleicher Zeit öffnete— und langte meinen letzten, von Ausdrücken hingebender Liebe ſtrotzenden Brief an Dora hervor.
„Ich glaube, das iſt Ihre Handſchrift, Herr Kop⸗ perfield?“ ſagte Mr. Spenlow.
Ich war ſehr erhitzt, und meine Stimme glich, wie ich hörte, der meinen ſehr wenig, als ich antwortete:
„Ja, ſie iſt's, Herr Spenlow.“
„Wenn ich mich nicht irre,“ fuhr Mr. Spenlow fort, als Miß Murdſtone ein Packet Briefe, zuſammen⸗ gebunden mit dem theuerſten Stücke blauen Bandes auf der Welt, aus ihrem Strickbeutel brachte,„ſo ſind dieſe da auch von Ihrer Feder, Herr Kopperfield?“
Ich nahm ſie von ihr mit dem Gefühle des äußer⸗ ſten Verzagens, und indem ich auf Phraſen in der Ue⸗


