David Kopperfield. 7
Eines Tages, als ich wie gewöhnlich nach den Com⸗ mons ging, traf ich Mr. Spenlow, der außerordentlich ernſt ausſah und mit ſich ſelbſt ſprach, am Thorwege. Da er die Gewoheit hatte, über Schmerzen im Kopfe zu klagen— er hatte von Natur einen kurzen Hals, und ich glaube in vollem Ernſte, daß er ſich zu ſehr in geſtärkte Wäſche ſteckte— ſo ängſtigte ich mich zu⸗ erſt mit der Idee, er befinde ſich in dieſem Punkte nicht ganz wohl, aber er befreite mich bald von meiner Be⸗ ſorgniß.
Statt meinen„Guten Morgen“ mit ſeiner gewohn⸗ ten Leutſeligkeit zu erwiedern, warf er mir einen den Abſtand zwiſchen mir und ihm bezeichnenden ceremoniö⸗ ſen Blick zu und bat mich kalt, ihn nach einem gewiſſen Kaffeehauſe zu begleiten, welches in jenen Tagen eine Thür hatte, die in die Commons hinausging und ſich gerade in dem kleinen Bogengange in St. Pauls Kirch⸗ hofe befand. Ich ging darauf in einer ſehr unbehaglichen Stimmung und indem es mich heiß überlief, als ob meine Befürchtungen ſich jetzt in Wirklichkeit verwandelten, ein. Als ich ihn des engen Weges halber ein wenig vor mir hergehen ließ, bemerkte ich, daß er ſeinen Kopf in einer hochmüthigen Weiſe trug, welche außerordent⸗ lich wenig Gutes verſprach, und meine Seele ahnte, daß er die Angelegenheit mit meiner geliebten Dora entdeckt habe.
Wenn ich dies nicht auf dem Wege nach dem Kaf⸗ feehauſe errathen hätte, ſo hätte ich ſchwerlich verfehlen können, zu merken, um was es ſich handelte, als ich ihm in ein Zimmer im erſten Stocke folgte und dort Miß Murdſtone fand, welche durch einen Hintergrund noch mehr gehoben wurde, wo ſich ein Schenktiſch mit verſchiedenen umgekehrten Trinkgläſern, auf denen Ci⸗


