156 David Kopperfield.
nun ſteinig und rauh, und es liegt uns ob, ihn zu ebnen. Wir müſſen uns vorwärts kämpfen. Wir müſ⸗ ſen tapfer ſein. Es giebt Hemmniſſe auf demſelben, denen wir kühn ins Geſicht ſehen, und die wir zer⸗ malmen müſſen.“
Ich ging mit haſtigem Schritte, zuſammengekrampf⸗ ter Hand und höchſt begeiſterten Zügen weiter, aber es war völlig unnöthig, weiter zu ſchreiten. Ich hatte ge⸗ nug geſagt. Ich hatte es abermals gethan. Oh, wie erſchrocken war ſie! Oh, wo war Julia Mills! Oh, ich ſollte ſie zu Julia Mills führen und fortgehen! Und
das ging ſo weiter, daß ich ganz außer mir war und
wie ein Verrückter im Geſellſchaftszimmer herumraſte.
Ich dachte, ich hätte ſie diesmal umgebracht. Ich ſpritzte ihr kaltes Waſſer ins Geſicht. Ich ſank auf die Knie. Ich raufte mir die Haare. Ich klagte mich ſelbſt als einen gewiſſenloſen Unmenſchen und einen gefühllo⸗ ſen Kerl an. Ich bat ſie flehentlich um Verzeihung. Ich flehte ſie an, doch nur die Augen außzuſchlagen. Wüthend durchſtöberte ich das Arbeitskäſtchen der Miß Mills nach einem Riechfläſchchen, und ergriff ſtatt deſ⸗ ſen ein elfenbeinernes Nadelbüchschen und ſchüttelte alle die Nadeln über Dora. Ich drohte Zig mit meinen Fäuſten, welcher ſich ſo toll und thöricht geberdete als ich ſelbſt. Ich trieb allerhand wahnwitziges Zeug nach der Möglichkeit und war ein gutes Stück jenſeits der Grenze meines Verſtandes, als endlich Miß Mills ins Zimmer trat.
„Wer hat das gethan?“ ſchrie Miß Mills, indem ſie ihrer Freundin zu Hülfe eilte.
Ich erwiederte:„Ich, Fräulein Mills! Ich habe es gethan! Sehen Sie, hier iſt der Böſewicht, der ſie umgebracht hat!“— oder Worte von ähnlicher Be⸗


