David Kopperfield. 155
nen Gehorſam bezahlt machte— und ſie zauberte mich, ich weiß nicht, auf wie lange, aus meiner ernſtern Rolle heraus.
„Aber Dora, meine Geliebte,“ verſetzte ich, mein Thema zuletzt wieder aufnehmend.„Ich war im Be⸗ griff, Dir etwas vorzuſtellen.“
Selbſt der Richter des Prärogativ⸗Gerichtshofs würde ſich in ſie verliebt haben, hätte er geſehen, wie ſie ihre Händchen faltete und in die Höhe hob und mich bat und flehte, nicht mehr entſetzlich ſein zu wollen.
„Ich habe das wahrlich nicht im Sinne, mein Lieb⸗ ling!“ verſicherte ich ihr.„Aber Dora, meine Liebe, wenn Du manchmal daran denken willſt— weißt Du, nicht in Verzweiflung, weit entfernt davon!— ſondern wenn Du manchmal— gerade um Dich zu ermuthi⸗ gen— dächteſt— daß Du die Verlobte eines armen Mannes biſt—“
„Laß das, laß das! Oh bitte, laß das!“ ſchrie Dora.„Es iſt gar ſo entſetzlich!“
„Mein Leben, nicht im Mindeſten!“ ſagte ich hei⸗ ter.„Wenn Du manchmal daran denken und dann und wann Dich in der Haushaltung Deines Papas umſehen und Dich beſtreben wollteſt, Dir ein wenig Bekanntſchaft zu verſchaffen mit— nun zum Beiſpiel mit den Marktpreiſen—“
Die arme kleine Dora nahm dieſen Rath mit etwas auf, das halb ein Seufzer und halb ein Kreiſchen war.
„— Es würde uns das ſpäter ſo nützlich ſein,“ fuhr ich fort.„Und wenn Du mir verſprechen woll⸗ teſt, ein kleines— ein kleines Kochbuch zu leſen, das ich Dir ſenden würde, ſo würde das für uns Beide ſo vortrefflich ſein. Denn unſer Lebenspfad, meine Dora,“ ſagte ich, bei dem Gegenſtande warm werdend,„iſt


