David Kopperfield. 151
umzuſehen, und wieder hineinlaufen, als ſie ſah, daß ich da war, während Zig zurückblieb, um beleidigen⸗ der Weiſe einen ungeheuren Fleiſcherhund unten in der Straße anzubellen, der ihn wie eine Pille hätte ver⸗ ſchlucken koͤnnen.
Dora ſchritt mir bis an die Thür des Geſellſchafts⸗ zimmers entgegen, und Zig kam ſtrampelnd heraus und gerieth in der Meinung, ich ſei ein Bandit, über ſein eignes Geknurr in Verwirrung, und wir alle Drei gin⸗ gen hinein ſo voll Glück und Liebe, als es nur denk⸗ bar war. Ich brachte bald(nicht daß ich dies zu thun beabſichtigt hätte, aber weil ich ſo voll von dem Ge⸗ genſtande war) Mißſtimmung in unſere Freude, indem ich Dora ohne die geringſte Vorbereitung fragte, ob ſie einen Bettler zu lieben im Stande ſei.
Meine hübſche kleine erſchrockene Dora! Der ein⸗ zige Begriff, den ſie mit dem Worte verband, war ein gelblich bleiches Geſicht und eine Zipfelmütze oder ein paar Krücken oder ein hölzernes Bein oder ein Hund mit einem Karaffinenſtand im Maule, oder ſo etwas der Art, und ſie ſtarrte mich mit der luſtigſten verwunder⸗ ten Miene an.
„Wie kannſt Du mich nur ſo etwas Närriſches fra⸗ gen!“ fuhr Dora heraus.„Einen Bettler lieben!“
„Dora, meine Theuerſte!“ ſagte ich.„Ich bin ein Bettler!“
„Wie kannſt Du nur ſolch ein abgeſchmackter Menſch ſein,“ erwiederte Dora, indem ſie mich auf die Hand klapſte,„hier zu ſitzen und ſolche dumme Geſchichten zu erzählen? Ich werde Zig ſagen, daß er Dich beißt.“
Ihre kindiſche Art ſich zu benehmen war für mich die wonnigſte Art von der Welt, aber es war noth⸗


