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David Kopperfield. 149
ſtatt ärmer. Unter andern verwandelte ſie das Speiſe⸗ kämmerchen in ein Ankleidezimmer für mich und kaufte und verſchönerte eine Bettſtelle zu meinem Gebrauch, welche bei Tage ſo ſehr wie ein Bücherſchrank ausſah, als dies eine Bettſtelle nur konnte. Ich war der Ge⸗ genſtand ihrer ſteten Sorge, und meine arme Mutter ſelbſt hätte mich nicht mehr lieben oder mehr darauf ſinnen können, wie ſie mich glücklich machte.
Peggotty hatte es für ein großes Privilegium ge⸗ halten, daß man ihr erlaubt, an dieſen Arbeiten Theil zu nehmen, und obſchon ſie immernoch etwas von ihrer einſtigen Scheu vor meiner Tante behalten hatte, ſo waren ihr doch ſo viele Beweiſe von Aufmunterung und Vertrauen zu Theil geworden, daß ſie die beſten Freunde von der Welt waren. Aber die Zeit war nun gekom⸗ men(im ſpreche von dem Sonnabende, wo ich im Hauſe der Miß Mills den Thee einnehmen ſollte), wo es für ſie nothwendig geworden war, nach Hauſe zurückzukeh⸗ ren und in die Ausübung der Pflichten einzutreten, die ſie in Bezug auf Ham übernommen.
„Na, Gott behüte Sie, Barkis,“ ſagte meine Tante, „und nehmen Sie ſich in Acht, daß ihnen nichts paſ⸗ ſirt. Ich hätte wahrhaftig nimmer gedacht, daß ich mich über die Trennung von Ihnen betrüben könnte.“
Ich führte Peggotty in die Poſtexpedition und ſah ſie abfahren. Sie weinte laut beim Abſchiede und em⸗ pfahl ihren Bruder meiner Freundſchaft, wie Ham ge⸗ than hatte. Wir hatten ſeit jenem ſonnigen Nachmit⸗ tage, wo er fortging, nichts von ihm gehört.
„Und nun, mein liebes, beſtes Herzensdavchen,“ ſagte Peggotty,„wenn Du, ſo lange Du auf die Lehre biſt, Geld brauchen thäteſt, oder wenn Du, ſobald Deine Zeit um iſt, welches haben mußt, um ein Geſchäft ein⸗


