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David Kopperfield. 23
wie ein Maun, und ſo gut thun, als es in meinen Kräften ſteht.“
Ich ſagte ihm, daß ich davon ſehr wohl überzeugt ſei, und ich ließ ihm merken, daß vielleicht ſelbſt noch eine Zeit käme, wo er aufhören werde, dieſes einſame Leben zu führen, welches er natürlich jetzt im Sinne habe.
„Nein, junger Herre,“ antwortete er kopfſchüttelnd, „alles das iſt vorbei und vorüber mit mich. Niemand kann den Platz ausfüllen, der leer iſt. Aber Sie wer⸗ den das mit dem Gelde im Andenken behalten, daß immer welches für ihn bei Seite gelegt iſt?“
Indem ich ihn an den Umſtand erinnerte, daß Mr. Peggotty ein gewiſſes, obwohl freilich ſehr mäßiges Einkommen aus dem Vermächtniß ſeines verſtorbenen Schwagers bezöge, verſprach ich, dies zu thun. Wir nahmen dann Abſchied von einander. Ich kann mich ſelbſt jetzt nicht von ihm verabſchieden, ohne mich mit einem Seufzer ebenſo an ſeine Beſcheidenheit und See⸗ lenſtärke, wie an ſeinen tiefen Kummer zu erinnern.
Was Mrs. Gummidge betrifft, ſo würde ich eine ſchwierige Aufgabe auf mich nehmen, wollte ich verſu⸗ chen, eine Beſchreibung zu liefern, wie ſie neben der Poſtkutſche her die Straße hinunterlief, durch die Thrä⸗ nen, die ſie zurückzuhalten ſich beſtrebte, nichts als Mr. Peggotty auf dem Kutſchendache ſah, und gegen alle Leute anrannte, welche in entgegengeſetzter Richtung ka⸗ men. Deshalb werde ich beſſer thun, ſie auf den Stu⸗ fen zu einem Bäckerladen zurückzulaſſen. Sie war außer Athem, ihre Haube aller Form und Geſtalt baar und ledig, und einer ihrer Schuhe lag in beträchtlicher Ent⸗ fernung davon auf dem Straßenpflaſter.
Als wir am Ziele unſerer Reiſe anlangten, war


