Teil eines Werkes 
6. Theil (1850)
Entstehung
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14 David Kopperfield.

indem ſie haſtig an mir vorbeiſchritt, ging ſie in die Küche. Als ich die Thür geſchloſſen hatte und ihr mit dem Regenſchirme in der Hand gefolgt war, fand ich ſie in der Ecke des Kamingitters es war ein nie⸗ driges eiſernes, mit zwei flachen Schienen oben darauf, um Teller darauf zu ſtellen im Schatten des Koch⸗ keſſels ſitzen, ſich vorwärts und rückwärts ſchaukeln und ſich die Knie reiben, wie Jemand, der großen Schmerz fühlt.

Ganz außer mir, daß ich die einzige Perſon ſei, die dieſen zur Unzeit ſich einſtellenden Beſuch empfing und dieſes wunderliche Benehmen ſah, rief ich abermals:Aber bitte, Miß Mowcher, was giebt's nur? ſind Sie krank?

Mein lieber junger Freund, entgegnete Miß Mow⸗ cher, indem ſie ihre Hände eine über die andere auf dem Herzen zuſammenpreßte.Ich bin hier krank, ich bin ſehr krank! Zu denken, daß es dahin kommen ſollte, wo ich's hätte wiſſen und vielleicht verhüten kön⸗ nen, wäre ich nicht ſolch eine gedankenloſe Närrin ge⸗ weſen!

Wieder ging ihr großer Hut(ganz und gar außer Verhältniß zu ihrer Geſtalt), indem ſte ihren kleinen Körper hin⸗ und herſchaukelte, vorwärts und rückwärts; während ein ungeheurer Hut gemeinſchaftlich mit ihm ſich auf der Wand wiegte..

Ich begann:Ich wundere mich, Sie ſo traurig und ſo ernſthaft zu ſehen da unterbrach ſie mich.

Ja, ſo iſt's immer! ſagte ſie.Sie wundern ſich alle, dieſe unvernünftigen jungen Herrchen, die ſo hübſch und groß gewachſen ſind, daß ſie ein natürliches Gefühl in der Bruſt ſolch eines kleinen Dinges wie ich ſehen! Sie machen ein Spielzeug aus mir, haben ihren Spaß mit mir, ſchmeißen mich weg, wenn ſte mich ſatt