David Kopperfield. 13
tenden Ebbe nach der Richtung hinaus, nach welcher Ham dieſen Morgen ſo ſeltſam hinausgeſchaut hatte, als ich durch ein Pochen an der Thür aus meinen Träu⸗ mereien in die Wirklichkeit zurückgerufen wurde. Es war ein Klopfer an der Thür, aber dieſer war's nicht, welcher das Pochen verurſacht hatte. Daſſelbe kam von einer Hand und zwar weit unten an der Thür, als ob es von einem Kinde herrührte.
Ich ſprang auf, als wäre es das Klopfen eines Bedienten von einer vornehmen Perſon geweſen. Ich öffnete die Thür und ſah zuerſt zu meinem Staunen auf nichts als auf einen großen Regenſchirm herab, wel⸗ cher für ſich ſelbſt ſpazieren zu gehen ſchien. Aber bald entdeckte ich unter ihm Miß Mowcher.
Ich möchte nicht auf der Laune geweſen ſein, dem kleinen Geſchöpfe eine ſehr freundliche Aufnahme zu Theil werden zu laſſen, wofern ſie mir, als ſie den Regen⸗ ſchirm, den ſie mit allen ihren Kräften vergeblich zuzu⸗ machen ſich abmühte, wegthat, jene„Spinnefixmiene“ gezeigt hätte, die bei unſerm erſten und letzten Zuſam⸗ mentreffen einen ſo großen Eindruck auf mich gemacht hatte. So aber war ihr Geſicht, als ſie es zu dem meinen emporrichtete, ſo ernſt, und ſo rang ſie, als ich ſie von dem Regenſchirm(der ſelbſt für den iriſchen Rieſen unbequem geweſen ſein würde) befreit hatte, ihre kleinen Hände in einer ſo jammervollen Weiſe, daß ich ſchier Erbarmen mit ihr fühlte.
„Miß Mowcher!“ ſagte ich, nachdem ich einen Blick die lange Straße hinauf⸗ und hinabgeworfen hatte, ohne beſtimmt zu wiſſen, was ich noch außerdem zu ſehen erwartete;„wie kommen Sie hierher? Was giebt's?“
Sie bat mich durch eine Bewegung ihres kurzen rechten Arms, den Regenſchirm für ſie zuzumachen, und


