David Kopperfield. 11
Kurz, ich verließ ſie, als ich dieſe Nacht wegging, als Stütze und Stab für Mr. Peggotty's Kummer, und ich konnte nicht nachdenken genug über die Lection, welche mir Mrs. Gummidge durch ihr Benehmen ertheilte, und die neuen Tugenden, die ſie vor mir entfaltete.
Es war zwiſchen neun und zehn Uhr, als ich auf meiner melancholiſchen Wanderung durch die Stadt vor Mr. Omers Thür ſtehen blieb. Mr. Omer hatte es ſich, wie ſeine Tochter mir erzählte, ſo ſehr zu Herzen genommen, daß er den ganzen Tag ſehr niedergeſchlagen und kränklich geweſen und zu Bett gegangen war, ohne vorher ſeine Pfeife zu ſchmauchen.
„Ein hinterliſtiges Mädchen mit einem ſchlechten Her⸗ zen!“ ſagte Mrs. Joram.„'s war nie kein guter Biſſen nicht an ihr!“
„Reden Sie nicht ſo,“ erwiederte ich.„Sie mei⸗ nen das ſelber nicht.“
„O ja, ich meine es wohl ſo,“ ſchrie Mrs. Joram ärgerlich.
„Nein, nein,“ ſagte ich.
Mrs. Joram warf ihren Kopf herum, indem ſie ver⸗ ſuchte, ſehr ernſt und hart zu ſein, aber ſie vermochte die ſanftere Seite ihres Charakters nicht zu beherrſchen und begann zu weinen. Ich war allerdings jung, aber ich dachte um ſo beſſer von ihr für dieſes Mitgefühl und meinte, es ſtünde ihr als einer tugendhaften Frau und Mutter wirklich ſehr gut.
„Was will ſie nun in aller Welt machen?“ ſeufzte Minnie.„Wo will ſie hingehen! Was wird aus ihr werden! Oh, wie konnte ſie nur ſo grauſam ſein ge⸗ gen ſich ſelbſt und gegen ihn!“
Ich erinnerte mich an die Zeit, wo Minnie jung


