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8 David Kopperfield.
Er ſah mich hierbei an, als ob er eben erwacht wäre, aber mit demſelben entſchloſſenen Geſichte.
„Welches Ende?“ fragte ich, von meiner frühern Furcht erfaßt.
„Ich weiß nicht,“ ſagte er gedankenvoll;„ich dachte eben daran zurück, wie die ganze Geſchichte hier ih⸗ ren Anfang genommen hätte— und dann, wie das Ende käme. Aber's iſt vorbei. Musje Davchen,“ fügte er, wie mir's ſchien, als Antwort auf meinen Blick hinzu,„Sie brauchen wegen mich keine Angſt nicht zu haben; aber ich bin wie lauter Nebel im Kopfe, ich fürchte, daß ich gar nichts fühlen thue“— womit er ſagen wollte, er ſei nicht bei ſich und ganz verwirrt in ſeinen Gedanken.
Da Mr. Peggotty ſtehen blieb, damit wir ihn ein⸗ holen ſollten, ſo vereinigten wir uns wieder mit ihm und ſagten nichts mehr. Die Erinnerung hieran indeſ⸗ ſen ängſtigte mich in Verbindung mit meinem frühern Gedanken noch dann und wann und ſelbſt bis zu der Stunde, wo das unabwendbare Ende zu ſeiner be⸗ ſtimmten Zeit kam.
Ohne daß wir's merkten, näherten wir uns dem alten Boote und traten ein. Mrs. Gummidge ſchmollte nicht mehr in ihrem Winkel, ſondern bereitete geſchäf⸗ tig das Frühſtück. Sie nahm Mr. Peggotty den Hut ab und ſtellte ihm einen Sitz hin und ſprach ſo mild und behaglich, daß ich ſie kaum wieder erkannte.
„Daneel, meine gute Seele,“ ſagte ſie,„Du mußt eſſen und trinken und Dich bei Kräften erhalten; denn ſonſt wirſt Du nichts machen. Verſuchs nur mal, liebe Seele. Und wenn ich Dich mit meine Labereien ſtören thue“— ſie meinte ihr Geſchwätz—„ſo ſag mir's, Daneel, und ich werd's ſein laſſen.“


