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David Kopperfield. 157
„Ich muß ſeinen Namen wiſſen,“ hörte ich noch⸗ mals ſagen.
„Vor einiger Zeit,“ ſtotterte Ham,„da iſt ein Bedienter hier herum geweſen zu ungewöhnlicher Zeit. Auch ein vornehmer Herre. Beide gehörten zu einander.“
Mr. Peggotty ſtand immer noch an die vorige Stelle geheftet, ſah jedoch jetzt ihn an.
„Den Bedienten,“ fuhr Ham fort,„haben ſie ge⸗ ſtern Abend zuſammen geſehen— mit unſerm armen Mädchen. Er hat hier herum wo verſteckt gelegen dieſe Woche oder noch länger. Man dachte, er wäre fort, aber er hatte ſich verſteckt. Bleiben Sie ja nicht hier, Musje Davchen, ach bleiben Sie ja nicht!“
Ich fühlte, wie ſich Peggotty's Arm um meinen Hals legte; aber ich hätte mich nicht bewegen können, und wäre ſelbſt das Haus im Begriffe geweſen, auf mich zu fallen.
„Eine fremde Kutſche und Pferde waren vor der Stadt, dieſen Morgen, auf der Straße nach Norwich, ſchon ehe der Tag anbrach,“ fuhr Ham fort.„Der Bediente ging hin zu der Kutſche und kam von ihr und ging wieder hin. Als er wieder hinging, war Emil⸗ chen mit ihm. Der Andere war drinn. Er iſt der Menſch.“
„Um FJeſu Liebe,“ ſchrie Mr. Peggotty, indem er zurückſchrak und ſeine Hand vor ſich hinſtreckte, als wollte er etwas Furchtbares von ſich entfernt halten,„ſag' mir nicht, daß ſein Name Steerforth iſt!“
„Musje Davchen,“ rief Ham mit gebrochener Stimme, „es iſt nicht Ihre Schuld— und ich bin weit entfernt, es Ihnen zur Laſt zu legen,— aber ſein Name iſt Steerforth, und er iſt ein verdammter Schurke!“
Mr. Peggotty ſtieß keinen Schrei aus und vergoß keine Thräne und bewegte ſich nicht von der Stelle, bis


