Teil eines Werkes 
5. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 153

Es war blos Ham. Die Nacht mußte näſſer ge⸗ worden ſein ſeit meinem Hereinkommen; denn er hatte einen breitrandigen Schifferhut auf, der ihm über das Geſicht hing.

Wo iſt Emilchen? fragte Mr. Peggotty.

Ham machte eine Bewegung mit dem Kopfe, als ob ſie draußen wäre. Mr. Peggotty nahm das Licht vom Tiſche, putzte es, ſtellte es auf den Tiſch und ſchürte geſchäftig das Feuer an, als Ham, der ſich nicht vom Flecke gerührt, ſagte:

Musje Davchen, wollen Sie wohl'ne Minute'naus kommen und zuſehen, was Emilchen und ich Ihnen zu zeigen haben?

Wir gingen hinaus. Als ich in der Thür an ihm vorbeiſchritt, ſah ich zu meiner Verwunderung und mei⸗ nem Entſetzen, daß er todtenbleich war. Er ſchob mich haſtig in die freie Luft hinaus und ſchloß die Thür hin⸗ ter uns. Nur hinter uns Beiden.

Ham, was giebt's?

Musje Davchen! O das arme gebrochene Herz, wie furchtbar weinte er!

Ich war ganz außer Stande zu denken oder zu ſpre⸗ chen vor dem Anblicke ſolch eines Grams. Ich weiß nicht, was ich dachte oder was ich fürchtete. Ich ver⸗ mochte nichts, als ihn anſehen.

Ham, mein armer guter Junge! Um des Him⸗ mels willen ſprich, was iſt vorgefallen?

Meine Liebe Musje Davchen der Stolz und die Hoffnung meines Herzens, ſie, für die ich ge⸗ ſtorben ſein würde, und jetzt noch ſterben thäte ſie iſt fort!

Fort?

Emilchen iſt davongegangen! O Musje Davchen,