David Kopperfield. 147
hinüber nach Blunderſtone und war auf dem Kirchhofe, als der Sarg ankam, einzig und allein von Peggotty und ihrem Bruder gefolgt. Der wahnſinnige Herr ſah aus meinem kleinen Fenſter zu, Mr. Chillips kleines Kind nickte mit ſeinem ſchweren Kopfe und rollte ſeine hervorquellenden Augen über der Schulter ſeiner Wär⸗ terin gegen den Geiſtlichen, Mr. Omer ſchnappte im Hintergrunde nach Athem; außerdem war Niemand zu⸗ gegen, und es war ſehr ſtill. Nachdem Alles vorüber war, gingen wir eine Stunde auf dem Kirchhofe um⸗ her und pflückten uns einige junge Blätter von dem Baume über meiner Mutter Grab.
Hier überfällt mich eine ahnende Furcht. Eine Wolke hängt drohend über der entfernten Stadt, nach der ich meine einſamen Schritte zurücklenkte.
Es iſt nicht ſchlimmer, weil ich davon ſchreibe. Es würde nicht beſſer ſein, wenn ich innehielte mit meiner zoͤgernden Hand. Es iſt geſchehen. Nichts kann es ungeſchehen machen, nichts kann es anders machen als es war.
Meine alte Wärterin wollte mit mir den nächſten Tag nach London gehen, um das Teſtament vollziehen zu laſſen. Die kleine Emilie verbrachte dieſen Tag in Mr. Omers Haus. Wir wollten uns alleſammt dieſen Abend im alten Boothauſe treffen. Ham wollte Emi⸗ lien zur gewöhnlichen Stunde heimbringen. Ich gedachte nach Belieben zurückzukehren. Die Geſchwiſter Peggotty wollten heimgehen, wie ſie gekommen waren, und uns, wenn der Tag zu Ende gehe, am Kaminfeuer erwarten.
Ich trennte mich von ihnen am Kirchhofspförtchen, wo einſt in alten Tagen der Straps meiner Phantaſie mit Roderick Randoms Schnappſack ausgeruht hatte, und ſtatt geraden Wegs heimzugehen, ging ich ein Stück⸗
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