Teil eines Werkes 
5. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 141

Später, als ich hinauf ging und an der Thür mei⸗ nes Stübchens, welches dunkel war, vorbeiſchritt, hatte ich den unbeſtimmten Eindruck, als ob ſie darin ſei und auf der Diele liege. Aber ich weiß jetzt nicht, ob es wirklich ſie, oder ob es ein Gewirr der Schatten im Zimmer war.

Ich hatte vor dem Küchenfeuer Muße, über der hüb⸗ ſchen kleinen Emilie Furcht vor dem Tode nachzudenken, die ich in Verein mit dem, was Mr. Omer mir er⸗ zählt hatte, für die Urſache des Umſtandes hielt, daß ſie ſich ſelbſt ſo ungleich war und ich hatte, ehe Peg⸗ gotty herunter kam, ſogar Muße, milder über die Schwäche, welche ſich darin verrieth, zu denken, während ich da⸗ ſaß und das Picken der Wanduhr zählte und mich mit meinen Empfindungen in die feierliche Stille rund um mich verſenkte. Peggotty ſchloß mich in ihre Arme, ſeg⸗ nete mich und dankte mir ein Mal über das andere, daß ich ihr in ihrer Betrübniß ein ſolcher Troſt ſei. Sie bat mich dann hinaufzukommen, indem ſie mir ſchluch⸗ zend erzählte, wie Mr. Barkis mich ſtets geliebt und bewundert, wie er oft von mir geſprochen, ehe er in Beſinnungsloſigkeit verſunken ſei, und wie ſie glaube, er werde in dem Falle, daß er noch einmal zu ſich komme, bei meinem Anblicke ſich aufheitern, wofern er überhaupt noch über irdiſche Dinge ſich aufheitern könnte.

Die Wahrſcheinlichkeit, daß dies bei ihm je der Fall ſein werde, ſchien mir, als ich ihn erblickte, ſehr ge⸗ ring. Er lag mit ſeinem Kopfe und ſeinen Schultern aus dem Bette in einer ſehr unbequemen Lage, halb auf dem Koffer ruhend, der ihm ſo viel Qual und Mühe gekoſtet hatte. Ich erfuhr, daß er, als er nicht mehr aus dem Bette kriechen und ihn öffnen, und ſich nicht mehr durch jene Wünſchelruthe, die ich ihn hatte gebrau⸗