Teil eines Werkes 
5. Theil (1850)
Entstehung
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140 David Kopperfield. und da ſie außerdem ebenſo aufgeregt und ängſtlich iſt, ſo will ich ſie bis zum Morgen hier laſſen. Und laßt mich auch dableiben.

Nein, nein, entgegnete Mr. Peggotty.Du ein verheiratheter Mann wie Du oder was ebenſo gut iſt darfſt Dir nicht ein Tagewerk verderben. Und Du darfſt nicht alles Beides, wachen und arbeiten zu⸗ gleich. Das geht nicht an. Du gehſt zu Hauſe und legſt Dich ſchlafen. Du wirſt Dich nicht ängſtigen, daß Emilchen in guten Händen iſt, das weiß ich.

Ham gab dieſem Zureden nach und nahm ſeinen Hut, um zu gehen. Selbſt als er ſie küßte und ich ſah ihn nie ſich ihr nähern, wo ich nicht gefühlt hätte, daß die Natur ihm eine zartfühlende Seele verliehen hatte ſchien ſie ſich feſter an ihren Onkel zu klam⸗ mern, ſodaß es ſelbſt den Anſchein gewann, als fliehe ſie ihren erwählten Gatten. Ich ſchloß die Thür hinter ihm, damit ſie die herrſchende Stille nicht ſtören möge, und als ich mich umkehrte, ſah ich Mr. Peggotty noch immer mit ihr ſprechen. 8

Na, ich werde jetzt naufgehen, um Deiner Muhme zu ſagen, daß Musje Davchen hier iſt, und daß wir ſie ein Bischen aufheitern, ſagte er.Setz Dich der⸗ weile bei's Feuer nieder und wärme Dir dieſe todten⸗ kalten Hände. Du brauchſt Dich nicht ſo ſehr zu fürch⸗ ten und Dir's ſo ſehr zu Herzen zu nehmen. Was? Du willſt mit mir gehn? Gut komm mit mir komm! Wenn ihr Onkel von Haus und Hof vertrie⸗ ben und gezwungen wäre, ſich in einen Straßengraben zu legen, Musje Davchen, ſagte Mr. Peggotty mit nicht weniger Stolz als zuvor,ſo glaub' ich, ſte würde gleich mit ihm gehen. Aber's wird bald ein Anderer ſein, bald ein Anderer, Emilchen!