Teil eines Werkes 
5. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 137

ſich von uns Allen trennen ſoll. Ein freundliches Wort von mir lockt ihr Thränen in die Augen, und wenn Sie ſie mit dem kleinen Mädchen von meiner Tochter

Minnie ſehen ſollten, Sie würden's nie wieder vergeſ⸗

ſen. Tauſendſapperlot! ſagte Mr. Omer keuchend,wie ſie aber auch das Kind liebt!

Da ich eine ſo günſtige Gelegenheit hatte, kam mir der Gedanke, Mr. Omer, ehe unſere Unterhaltung durch die Rückkehr ſeiner Tochter und deren Gatten unterbro⸗ chen würde, zu fragen, ob er etwas von Martha ge⸗ hört habe.

Ach! rief er aus, indem er den Kopf ſchüttelte und ſehr niedergeſchlagen ausſah.Nichts Gutes! Eine traurige Geſchichte, junger Herr, von welcher Seite Sie ſie auch betrachten mögen. Ich hätte dem Mädchen nie was Unrechtes zugetraut. Ich moͤchte es nie vor meiner Tochter Minnie erwähnen ſie würde mich augenblick⸗ lich auszanken aber ich that's auch nie. Keines von uns hat's je gethan.

Mr. Omer, der ſeiner Tochter Tritt hörte, bevor ich ihn gewahr wurde, tippte mich mit ſeiner Pfeife an und kniff das eine Auge zu, als Zeichen, mich in Acht zu nehmen. Sie und ihr Mann traten ſogleich darnach ein.

Sie brachten die Nachricht, daß Mr. Barkisſo übel ſei, wie er nur ſein könne, daß er gar nichts mehr von ſich wiſſe, und daß Mr. Chillip mit betrüb⸗ ter Miene in der Küche geſagt habe, indem er eben jetzt weggegangen ſei, wenn zehnmal das Collegium der Aerzte und das Collegium der Wundärzte und die Halle der Apotheker alle mit einander herzugerufen würden, ſie könnten ihm nicht mehr helfen. Er wäre ſchon über beide Collegien hinaus, und die Halle könnte ihn nur noch vergiften.