Teil eines Werkes 
5. Theil (1850)
Entstehung
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136 David Kopperfield.

Oh ja, entgegnete ich,ich kenne ihn gut.

Natürlich kennen Sie ihn, ſagte Mr. Omer.Gut alſo, junger Herr. Ihr Couſin, der wie's ſcheint, hin⸗ reichende und gute Beſchäftigung hat, dankte mir dafür in einer ſehr anſtändigen Art und Weiſe(er benimmt ſich überhaupt, wie ich geſtehen muß, ſo, daß ich eine ſehr hohe Meinung von ihm habe) und ging hin und nahm ein ſo behagliches Häuschen, daß ſein Anblick für Sie und mich eine wahre Augenweide ſein würde. Dies Häuschen iſt jetzt ausmöblirt, durch und durch ſo nett und vollſtändig, wie'ne Puppenſtube, und hätte Bar⸗ kiſſen ſeine Krankheit nicht dieſe üble Wendung genom⸗ men der arme Teufel! ſo würden Sie, glaub' ich ſchon Mann und Frau ſein. Da's aber ſo iſt, ſo haben Sie's aufgeſchoben.

Und Emilie, Herr Omer? erkundigte ich mich. Iſt ſie jetzt mehr auf dem Zeuge?

Ci nun, ſehen Sie, erwiederte er, indem er ſein Doppelkinn abermals rieb,das kann natürlich nicht er⸗ wartet werden. Die Ausſicht auf den Wechſel und die Trennung und Alles, was drum und dran hängt, ſteht ihr, wie man ſagen möchte, deutlich vor Augen und doch zugleich auch wieder fern. Barkiſſen ſein Tod macht nicht gerade einen großen Aufſchub, wohl aber vielleicht ſein Daliegen zwiſchen Leben und Sterben. Mag das aber ſein, wie's will, ſo iſt's immer ein ungewiſſer Zuſtand, wie Sie ſehen.

Das ſeh ich, ſagte ich.

Folglich, fuhr Mr. Omer fort,iſt Emilchen immer noch ein Bischen niedergeſchlagen und zerſtreut, ja, wenn man Alles zuſammennimmt, iſt ſie's vielleicht noch mehr als früher. Jeden Tag ſcheint ſie zärtlicher gegen ihren Oheim zu werden und betrübter, daß ſie