Teil eines Werkes 
5. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 135

Das liebe kleine Ding an ihrem Oheim hängen zu ſehen, ſagte Mr. Omer;die Art zu ſehen, in welcher ſie ſich Tag für Tag näher und näher, enger und enger an ihn ſchmiegt, iſt wirklich ein ſchöner An⸗ blick. Na, ſehen Sie, da giebt's einen Kampf der Gefühle, wenn jener Fall eintritt. Weshalb aber ſollte es ein lüngerer ſein, als es nöthig iſt?

Ich hörte dem alten guten Manne aufmerkſam zu und ſtimmte ihm in Allem, was er ſagte, bei.

Darum, ſagte Mr. Omer in einem behaglichen, leichthinfließenden Tone,red'te ich denn ſo mit Ihnen. Ich ſagte: Na, Leutchen, denkt nur nicht etwa, daß Emil⸗ chen an einen beſtimmten Zeitpunkt genagelt iſt. Macht Euch Eure Zeit nach Belieben. Die Dienſte, die ſie uns geleiſtet, haben ſich über Vermuthen einträglich er⸗ wieſen; ſie hat ſchneller gelernt, als wir dachten, Omer und Joram können durch den Reſt der Lehrzeit einen Strich machen, und ſie iſt frei, wenn Ihr wollt. Sollte ſie ſpäter Luſt haben, die Sache ſo auszugleichen, daß ſie irgend eine Kleinigkeit für uns zu Hauſe thut, ſehr wohl. Wo nicht, ebenfalls ganz wohl. Wir verlieren auf keine Weiſe etwas dabei. Denn ſehen Sie wohl, ſagte Mr. Omer, indem er mich mit ſeiner Pfeife an⸗ tippte,es iſt nicht glaublich, daß ein Mann mit ſo kurzem Athem, wie ich, und der noch dazu Großvater iſt, hingehen und gegen ſolch ein liebes blauäugiges Blümchen wie ſie nach dem Puncte und Wortlaute han⸗ deln ſollte.

Ganz gewiß nicht, rief ich aus.

Nein, ganz gewiß nicht! Da haben Sie völlig recht, ſagte Mr. Omer.Nun, junger Herr, ihr Vetter, Sie wiſſen,'s iſt ein Vetter, den ſie zu heirathen im Begriff iſt?