Teil eines Werkes 
5. Theil (1850)
Entstehung
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134 David Kopperfield.

ich verſichere Ihnen, ſie iſt hübſcher. Auch nicht, daß ſie etwa nicht ſo fleißig arbeiten thäte, wie immer; denn ſie thut's. Sie war alles Lobes werth, und ſie iſt's noch. Aber ich weiß nicht, wie's kommt, daß ſie kei⸗ nen rechten Muth hat. Wenn Sie verſtehen, ſagte Mr. Omer, nachdem er ſein Kinn nochmals gerieben und ein wenig geraucht hatte,was ich im Allgemeinen mit dem Ausdrucke: Einen langen Schluck und einen tüchtigen Schluck und einen Schluck über Alles, meine Herzensjungen, Hurrah! meine, ſo würde ich Ihnen ſa⸗ gen, daß es das wäre, was ich im Allgemeinen an Emilien vermiſſe.

Mr. Omers Geſicht und Weiſe thaten ſo viel zur Verdeutlichung, daß ich mit gutem Gewiſſen mit dem Kopfe nicken konnte, als habe ich ſeine Meinung ver⸗ ſtanden. Die Schnelligkeit, mit der ich ihn begriff, ſchien ihm zu gefallen, und er fuhr fort:

Na, ſehen Sie, ich ſchiebe es hauptſächlich darauf, daß ſie nicht recht auf dem Zeuge iſt. Wir haben das oft genug mit'nander bered't, ihr Oheim und ich, und ihr Liebſter und ich, nach dem Tagewerk, und ich ſchiebe es hauptſächlich darauf, daß ſie nicht recht auf dem Zeuge iſt. Sie müſſen bei Emilchen immer daran den⸗ ken, ſagte Mr. Omer mit leiſem Kopfſchütteln,daß ſie das liebevollſte kleine Ding in der Welt iſt. Das Sprichwort ſagt: Niemand kann aus dem Ohr einer Sau eine ſeidene Börſe machen. Nun, ich wüßte das eben nicht. Ich denke eher, daß man's könnte, wenn man hübſch zeitig im Leben anfängt. Sie hat aus je⸗ nem alten Boote eine trauliche Wohnung gemacht, jun⸗ ges Herrchen, ſo ſchön, als ob es ein Schloß von Stein und Marmor wäre.

Ja wahrhaftig! rief ich.