David Kopperfield. 19
bis er nun, auf der Höhe der Feſtungswerke angelangt, mit dem Auge eines Philoſophen und Gönners auf die Leute unten in den Laufgräben herniederſchauen könne.
Meine Gedanken über dieſes Thema häuften und mehrten ſich noch immer, als gemeldet wurde, das Eſſen ſei aufgetragen. Mr. Waterbrook ging mit Hamlets Tante hinab. Mr. Spiker nahm Mrs. Waterbrook. Agnes, die ich gern hinuntergeführt hätte, wurde einem einfältig lächelnden Menſchen mit lahmen Beinen zugewieſen. Uriah, Traddles und ich, als der jüngere Theil der Ge⸗ ſellſchaft, gingen zuletzt hinunter, ſo gut wir konnten. Ich war über den Verluſt von Agnes nicht ſo verdrießlich, als ich hätte ſein können; denn es ward mir durch den⸗ ſelben Gelegenheit, mich auf der Treppe Traddles zu er⸗ kennen zu geben, welcher mich ſehr lebhaft begrüßte, wäh⸗ rend Uriah ſich mit einer aufdringlichen Freude über unſer Wiederfinden und ſolch einer Selbſterniedrigung krümmte und wand, daß ich ihn von Herzen gern über das Geländer hinabgeworfen hätte..
Traddles und ich waren bei Tiſche getrennt, indem man uns unſere Plätze an zwei entfernten Tiſchecken ange⸗ wieſen hatte, wo er ſich in der lichten Pracht einer roth⸗ ſammtenen Dame ſonnte, während mich die düſtere Nacht von Hamlets Tante überſchattete. Das Eſſen dauerte ſehr lange, und die Unterhaltung drehte ſich um Ari⸗ ſtokratie und Adelsblut. Mrs. Waterbrook ſagte uns zu mehreren Malen, daß, wenn fie eine ſchwache Seite habe, ſo ſei dies der Mangel an adeligem Blute.
Es kam mir mehrmals vor, als ob wir uns beſſer be⸗ funden haben würden, wenn wir nicht ganz ſo vornehm gethan hätten. Wir waren über die Maßen vornehm, ſo daß unſer Geſichtskreis ſehr beſchränkt war. Ein Mr.
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