Teil eines Werkes 
5. Theil (1850)
Entstehung
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12 David Kopperfield.

nur im Geringſten vergegenwärtigte, nicht umhin, zu denken, daß die Angelegenheiten ſich ſchon ſeit geraumer Zeit auf dieſer Bahn und nach dieſer ſchließlichen Noth⸗ wendigkeit hin bewegt hatten. So verhielt ich mich ſchweigſam.

Er beherrſcht Papa in ſehr weiter Ausdehnung, fuhr Agnes fort.Er benimmt ſich beſcheiden und dank⸗ bar oielleicht aufrichtig; wenigſtens hoffe ich das aber ſeine Stellung iſt in der That ſo, daß er Gewalt in Händen hat, und ich fürchte, daß er von dieſer Gewalt mehr als billig Gebrauch macht.

Ich ſagte, er ſei ein Hund, was mir in dem Augen⸗ blicke zu großer Befriedigung gereichte.

Zu der Zeit, von der ich rede, das heißt, die Zeit, wo Papa zu mir davon ſprach, fuhr Agnes fort, hatte er Papa benachrichtigt, daß er von ihm weggehen wolle, daß er zwar ſehr betrübt darüber und durchaus nicht ge⸗ willt ſei, ihn zu verlaſſen, daß er indeß beſſere Ausſichten habe. Papa war ſehr niedergeſchlagen hiervon und tiefer gebeugt durch Sorge, als Du und ich ihn je geſehen; aber er ſchien ſich bei dem Auskunftsmittel, ihn zum Theil⸗ nehmer des Geſchäfts anzunehmen, erleichtert zu fühlen, ob⸗ ſchon er zu gleicher Zeit verletzt und beſchämt davonerſchien.

Und wie nahmſt Du es auf, Agnes? fragte ich.

Ich that, erwiederte ſte,was, wie ich hoffe, das Rechte war. Ueberzeugt, daß es für Papas Seelenruhe nothwendig ſei, dies Opfer zu bringen, bat ich ihn, es zu bringen. Ich ſagte, es werde ihm die Laſt ſeines Lebens erleichtern ich hoffe, daß dies geſchieht und daß ich dadurch mehr Gelegenheit erhalten werde, in ſeiner Geſellſchaft zu ſein. Oh Trotwood, weinte Agnes, in⸗ dem ſie, um die hervorbrechenden Thränen zu verbergen,