David Kopperfield. 159
Ich ſetzte mich gegen ihn ſehr aufs hohe Pferd, und wie ich glaube, vorzüglich deshalb, weil ich Steerforth und Grainger über mich— oder über ihn— oder über uns alle beide lachen ſah. Er ſagte, ein Mann ließe ſich nichts anbefehlen. Ich ſagte, dieſer Mann müßte. Er ſagte, ein Mann hätte ſich Beleidigungen nicht gefallen zu laſſen. Ich ſagte, darin habe er Recht— nie wenigſtens unter meinem Dache, wo die Laren heilig ſeien, und die Geſetze der Gaſtfreundſchaft allen andern voranſtünden. Er ſagte, daß es von der Würde eines Mannes nicht zu viel weggeben heiße, wenn man bekenne, ich ſei ein teufliſch guter Kerl. Ich brachte hierauf augenblicklich ſeine Geſundheit aus.
Es rauchte Jemand. Wir rauchten alle mit einander. Auch ich rauchte und gab mir Mühe, eine aufſteigende Anwandlung von Schauder zu unterdrücken. Steerforth hatte einen Toaſt auf mich ausgebracht, der mich ſchier zu Thränen gerührt hatte. Ich ſprach meinen Dank dafür aus und hoffte, die gegenwärtige Geſellſchaft werde morgen mit mir ſpeiſen und übermorgen— alle Tage um fünf Uhr, damit wir die Freude der Unterhaltung und des Zuſammenlebens einen langen Abend hindurch genießen könnten. Ich fühlte in mir den Beruf, auf Jemand ein Hoch auszubringen. Ich ließ meine Tante leben. Miß Betſey Trotwood, die Beſte ihres Geſchlechts!
Es lehnte Jemand aus dem Fenſter meines Schlaf⸗ zimmers, er erfriſchte ſeine glühende Stirn an dem kühlen Geſtein des Fenſterſimſes und fühlte, wie ihm die Luft in's Geſicht wehte. Ich war dieſer Jemand. Ich redete mich ſelbſt als„Kopperfield“ an und ſagte:„Schon recht ſo, warum verſuchteſt Du's, zu rauchen? Du hätteſt wiſſen können, daß Du's nicht vertragen würdeſt.“ Jetzt betrach⸗ tete Jemand ſeine Geſichtszüge hin und her ſchwankend


