Teil eines Werkes 
4. Theil (1850)
Entstehung
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160 David Kopperfield.

im Spiegel. Das war ich ebenfalls. Ich ſah recht bleich aus im Spiegel, meine Augen hatten einen wüſten Blick, und meine Haare aber blos meine Haare, durchaus nichts weiter ſahen wie betrunken aus.

Jemand ſagte zu mir:Wollen in's Theater gehen, Kopperfield! Und ich hatte nicht mehr das Schlafzimmer vor Augen, ſondern wieder die mit klingelnden Gläſern bedeckte Tafel, die Lampe, Grainger zu meiner rechten, Markham zu meiner linken Hand, Steerforth mir gegen⸗ über alleſammt in einem Nebel und wie in weiter Entfernung von mir ſitzend. In's Theater? Ei freilich. Gerade der rechte Ort. Kommt, fort! Aber ſie müßten mich entſchuldigen, wenn ich erſt Alle hinausſehen müßte und wenn ich die Lampe niederſchraubte weil für den Fall, daß Feuer auskäme.

Indem ich mich im Dunkel befand, war auf einmal die Thür weg. Ich ſuchte in den Fenſtervorhängen darnach, als Steerforth mich lachend am Arme faßte und mich hin⸗ ausführte. Wir gingen Einer nach dem Andern die Treppe hinunter. Schon faſt auf der letzten Stufe angelangt, fiel Jemand und rollte vollends hinunter. Jemand anders ſagte, es wäre Kopperfield. Ich ärgerte mich über dieſe falſche Behauptung, bis ich endlich weg bekam, daß ich im Gange auf meinem Rücken lag, und nun allerdings zu glauben begann, daß jene Behauptung einigen Grund haben müßte.

Draußen war eine ſehr neblige Nacht mit großen Dunſtringen um die Lampen in den Straßen. Mir war's, als ob Eins ſagte, es wäre naß. Ich meinte, es ſei kalt zum Frieren. Steerforth zog mich unter einen Laternen⸗ pfahl und drückte meinen Hut wieder in ſeine Form, den irgend Jemand von irgendwoher in einer ganz ungemein ſeltſamen Geſtalt geholt hatte; denn vorher hatte ich ihn