154 David Kopperfield.
ſtellen zu wollen, und wir machten aus, daß unſer Schmaus um ſechs Uhr ſtattfinden ſollte.
Als er fort war, klingelte ich nach Mrs. Crupp und machte ſie mit meinem kühnen Plane bekannt. Mrs. Crupp ſagte, daß es erſtens ſich von ſelbſt verſtehe, daß man von ihr keine Aufwärterdienſte erwarten könne, ſie wiſſe indeß einen gewandten jungen Mann, welcher ihres Bedünkens dazu gewonnen werden könnte, und welcher dafür fünf Schilling bekommen würde,— was ich dazu meinte. Ich antwortete, ſicherlich, wir wollten ihn nehmen. Dann, fuhr Mrs. Crupp fort, ſei es klar, daß ſie nicht an zwei Orten zugleich ſein könnte(was ich für in der Vernunft gerechtfertigt hielt) und daß deshalb„n junges Mädel“, im Speiſekämmerchen mit einem Leuchter aufgeſtellt, um unabläſſig Teller zu waſchen, eine unerläßliche Nothwen⸗ digkeit ſein werde. Ich fragte, was für dieſes junge weibliche Weſen zu bezahlen ſein würde, und Mrs. Crupp meinte, daß achtzehn Pence mich ihrer Vermuthung nach wohl nicht gerade arm machen würden. Ich ſagte, daß ich dies nicht dächte, und ſo war dies in der Ordnung. „Nun denn zum Eſſen ſelber,“ ſagte Mrs. Crupp.
Es war ein merkwürdiges Beiſpiel von Mangel an Vorbedacht auf Seiten des Eiſengießers, der Mrs. Crupps Kochheerd angefertigt hatte, daß der letztere zu nichts nütze war, als zur Bereitung von Cotelets und gedünſte⸗ ten Kartoffeln. Was einen Fiſchkeſſel betraf, ſo ſagte Mrs. Crupp: gut, aber ich ſollte doch nur mal mitkom⸗ men und nach dem Roſte ſehen. Sie konnte nicht über⸗ zeugender ſprechen, als ſo. Ich ſollte doch nur mal mit⸗ kommen und mir's anſehen? Da ich, wofern ich wirklich nachgeſehen hätte, nicht viel klüger geworden ſein würde, lehnte ich's ab und ſagte:„Denken wir nicht an Fiſche!“


