152 David Kopperfield.
und was für ein angenehmer Geſellſchafter er geweſen ſei. Miß Dartle war voll von Andeutungen und myſteriöſen Fragen, nahm jedoch großes Intereſſe an alle dem, was wir dort getrieben, und kam mit ihrem:„Ei gar, wirk⸗ lich?“ und ſo weiter ſo oft, daß ſie aus mir Alles heraus⸗ kriegte, was ſie zu wiſſen wünſchte. Ihr Aeußeres war genau daſſelbe, wie ich's beſchrieben habe, als ich ſte zuerſt ſah; aber das Zuſammenſein mit den beiden Damen war ſo angenehm und machte ſich ſo natürlich für mich, daß ich empfand, wie ich mich ein wenig in ſie verliebte. Ich konnte mich mehrmals im Verlaufe des Abends und vorzüglich, als ich des Nachts heimſpazierte, des Gedan⸗ kens nicht erwehren, was für eine prächtige Stuben⸗ genoſſin ſte in Buckingham Street abgeben müßte.
Ich nahm eben meinen Kaffee und Mundſemmel am Morgen zu mir, ehe ich nach den Commons ging— und ich darf an dieſem Orte bemerken, daß es verwunderlich iſt, wie viel Kaffee Mrs. Crupp verbrauchte und wie ſchwach er doch trotzdem war— als Steerforth ſelbſt zu meiner grenzenloſen Freude hereintrat.
„Mein lieber Steerforth,“ rief ich,„ich dachte ſchon, daß ich Dich niemals wiederſehen würde.“
„Ich wurde mit aller Gewalt fortgeſchleppt,“ ſagte Steerforth,„gleich den nächſten Tag, nachdem ich heim⸗ gekommen war. Aber der Tauſend, Gänſeblümchen, was für ein wunderhübſches Junggeſellenleben führſt Du hier?“
Ich führte ihn in dem ganzen Etabliſſement, das Speiſekämmerchen eingeſchloſſen, mit nicht geringem Stolze herum, und er lobte es höchlichſt.„Will Dir'mal was ſagen, alter Junge,“ fügte er hinzu,„ich werde aus dieſem Platze mein vollſtändiges Abſteigequartier in der Stadt auf ſo lange machen, bis Du mich gehen heißeſt.“


