Teil eines Werkes 
4. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 149

beſonders auf die Seele gebunden, ſich gegen mich ſtets wie gegen einen Sohn zu benehmen. Ich ſollte den über⸗ nächſten Tag in die Wohnung einziehen, und Mrs. Crupp dankte dem Himmel, daß ſie jetzt Jemand habe, den ſte unter ihre Scheere nehmen konnte.

Auf unſerm Rückwege bemerkte meine Tante, wie ſie die gewiſſe Zuverſicht hege, daß das Leben, welches ich jetzt zu beginnen im Begriff ſei, mich zu einem feſten ent⸗ ſchiedenen Charakter machen werde, was bisher mein einziger Mangel geweſen ſei. Sie wiederholte dies mehr⸗ mals am nächſten Tage in den Zwiſchenſtunden, die wir von den Einrichtungen zur Ueberſiedelung meiner Bücher und Kleider von Mr. Wickfield übrig behielten, worüber wie über meine ganze jüngſte Ferienzeit ich einen langen Brief an Agnes ſchrieb, den meine Tante beſorgen wollte, da ſie den folgenden Tag abzureiſen gedachte. Um dieſe Kleinigkeiten nicht zu weit auszudehnen, will ich nur noch hinzufügen, daß ſie für alle meine Bedürfniſſe während meines Probemonats reichliche Fürſorge traf; daß Steer⸗ forth zu meinem und ihrem großen Verdruſſe vor ihrer Abreiſe nicht erſchien; daß ich ſie wohlbehalten in der Poſtkutſche nach Dover, Janetten an ihrer Seite, ſitzen und dem Augenblicke entgegenjauchzen ſah, wo ſie zum Schrecken und Aerger der übelthäteriſchen Eſel wieder erſcheinen würde; und daß ich endlich, als die Kutſche fort war, mein Antlitz nach dem Adelphi wendete und an die alten Tage, wo ich unter ſeinen unterirdiſchen Ge⸗ wölben herumſtrich, ſowie an die glückliche Schickſals⸗ wendung dachte, welche mich an die Oberfläche und in den Sonnenſchein heraufgeführt hatte.