Teil eines Werkes 
4. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperſield. 147

vorher bei Seite gelegt hatte.Wollen hingehen und uns das Logis beſehen.

Und wir gingen. Die Anzeige wies uns an, bei Mrs. Crupp wegen der Wohnung nachzufragen, und wir klingelten an der Hausklingel, von der wir vorausſetzten, daß ſie mit Mrs. Crupp in Verbindung ſtehe. Wir mußten drei oder vier Mal klingeln, ehe wir Mrs. Crupp vermögen konnten, zu uns zu kommen; endlich aber er⸗ ſchien ſie eine dicke Dame, der eine bauſchige Falte von einem Flanellunterrocke unter ihrem Nankingkleide hervorhing.

Wollen Sie wohl ſo gefällig ſein, Madam, und uns Ihre Stuben ſehen laſſen? ſagte meine Tante.

Für dieſen Herrn? fragte Mrs. Crupp, indem ſte in ihre Taſche nach den Schlüſſeln fühlte.

Ja, für meinen Neffen, ſagte meine Tante.

Ein paar prächtige Stübchen für dieſe Art Herrens! verſetzte Mrs. Crupp.

So gingen wir die Treppe hinauf.

Die Zimmer befanden ſich hart unter dem Dache ein wichtiger Punkt für meine Tante, da ſie auf dieſe Art das Entſchlüpfen bei Feuer erleichterten und beſtanden aus einem kleinen halbblinden Vorſaale, wo man kaum etwas ſehen, einer kleinen ſtockblinden Speiſekammer, wo man gar nichts ſehen konnte, einem Wohn⸗ und einem Schlafzimmer. Das Möblement war ſehr abgenutzt, aber völlig gut genug für mich, und das war nicht zu läugnen, daß draußen vor den Fenſtern der Fluß war.

Da ich an dem Orte Gefallen fand, zogen ſich meine Tante und Mrs. Crupp in das Speiſekämmerchen zurück, um über den Preis zu unterhandeln, während ich auf dem Sopha im Wohnzimmer zurückblieb und kaum den

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