146 David Kopperfield.
Obſthändlers begegneten, welcher im Gemüthe meiner Tante peinliche Ideenverbindungen hervorrief. Als wir glücklich in unſerm Gaſthofe wieder unter Dach und Fach waren, hatten wir noch ein langes Geſpräch über meine Pläne, und da ich wußte, daß ſie von ganzem Herzen nach Hauſe zu kommen wünſchte, und, zwiſchen Feuers⸗ gefahr, ſchlechtem Eſſen und Taſchendieben, in London ſich keine halbe Stunde wohlbefand, ſo drang ich in ſie, ſich meinetwegen nicht ihrer Bequemlichkeit zu entſchlagen, ſondern zu gehen und mich für mich ſelbſt ſorgen zu laſſen.
„Es wird morgen nicht ſchon eine Woche, daß ich hier bin,“ ſagte ſie,„ohne daß ich auch darauf mein Augen⸗ merk gerichtet hätte. Da iſt im Adelphi eine Reihe kleiner Stuben mit Möbeln zu vermiethen, welche ſich für Dich wunderhübſch paſſen müßten.“
Mit dieſer kurzen Einleitung zog ſie aus ihrer Taſche eine aus einer Zeitung ſorgſam herausgeſchnittene Anzeige hervor, welche meldete, daß in der Buckinghamſtraße im Adelphi⸗Viertel„eine möblirte, die Ausſicht auf den Fluß habende, beſonders angenehm gelegene und zuſam⸗ menhängende Reihe von Stuben, welche eine anſtändige Wohnung für einen jungen Herrn, ein Nitglied eines der Gerichtshöfe oder dergleichen, bilden und ſogleich bezo⸗ gen werden können,“ zu vermiethen ſei. Der Preis ſei mäßig, und das Logis könne auf Verlangen auch monat⸗ weiſe abgelaſſen werden.
„Ei, das iſt ja herrlich, Tante!“ ſagte ich, erröthend bei dem Gedanken, welche Würde darin liegen könnte, in derartigen Zimmern zu wohnen.
„Nun, dann komm,“ erwiederte meine Tante, indem ſie ſogleich den Hut wieder nahm, den ſie eine Minute


