Teil eines Werkes 
4. Theil (1850)
Entstehung
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144 David Kopperfield.

Zwecke hinaus und ließen meine Tante zurück, welche ſich wie ſie ſagte, an keinen ſolchen Ort wagen wollte, und welche, wie ich glaube, alle Gerichtshöfe als eine Art von Pulvermühlen betrachtete, welche zu jeder Zeit auffliegen könnten.

Mr. Spenlow führte mich über einen gepflaſterten Hof, der von düſtern Ziegelhäuſern gebildet war, die ich nach den Namen der Doctoren über den Thüren für die Amtswohnungen der gelehrten Advocaten hielt, von denen Steerforth mir erzählt hatte; und traten in einen großen dumpfen Saal zur linken Hand, welcher meines Bedün⸗ kens einer Kapelle nicht unähnlich war. Der obere Theil dieſes Zimmers war von dem übrigen durch ein Geländer getrennt, und dort auf den beiden Seiten einer etwas erhöhten Plattform von der Geſtalt eines Hufeiſens ſaßen auf altmodiſchen Großvaterſtühlen verſchiedene Herren in rothen Gewändern und grauen Perücken, welche, wie ich fand, die oben erwähnten Doctoren waren. Ueber der Mitte des Hufeiſens blinzelte hinter einem Pulte, gleich einem Kanzelpulte, ein alter Herr hervor, den ich, wofern ich ihn in einem Vogelhauſe geſehen hätte, ſicherlich für eine Eule gehalten haben würde; welcher jedoch, wie ich berichtet wurde, der vorſitzende Richter war. In dem Raume, welchen das Hufeiſen umſchloß, tiefer als Jene, das heißt alſo zu ebner Erde auf der Diele, ſaßen mehre andere Herren von Mr. Spenlows Rang und wie er in ſchwarze, mit weißem Pelz verbrämte Gewänder gekleidet, an einer langen grünen Tafel. Ihre Halsbinden waren, wie mir's vorkam, ſammt und ſonders ſteif und ihre Blicke hochmüthig; in letzterer Hinſicht fand ich jedoch bald, daß ich ihnen Unrecht gethan hatte; denn als zwei oder drei von ihnen aufzuſtehen und eine Frage des vor