Teil eines Werkes 
4. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 143

field, wenn ich ungebunden wäre. Herr Jorkins aber iſt unerbittlich.

Ich war ganz unglücklich bei dem Gedanken an dieſen fürchterlichen Jorkins. Aber ich fand ſpäter, daß er ein ſanfter Mann von langſamer Gemüthsart war, deſſen Platz im Geſchäfte darin beſtand, daß er ſich in dem Hintergrunde hielt und ſich als den hartherzigſten und jeder Vorſtellung unzugänglichſten Mann von der Welt vorſchützen ließ. Wenn ein Schreiber ſein Gehalt zu er⸗ heben wünſchte, ſo wollte Mr. Jorkins auf ein ſolches Verlangen nicht hören. Wenn ein Client ſich in Bezah⸗ lung der Koſtenrechnung in ſeinem Proceſſe langſam finden ließ, ſo war's Mr. Jorkins, der entſchieden auf Bezahlung drang; und wie peinlich derartige Dinge auch dem gefühl⸗ vollen Herzen von Mr. Spenlow ſein mochten(und ſtets waren), Mr. Jorkins wollte ſein Recht haben. Herz und Hand des guten Engels Spenlow würden allezeit offen geweſen ſein, wäre nicht der böſe Dämon Jorkins dagegen geweſen. Als ich älter wurde, habe ich, wie ich glaube, die Erfahrung gemacht, daß auch verſchiedene andere Häuſer nach dem Grundſatze von Spenlow und Jorkins ihre Geſchäfte betrieben.

Es wurde ausgemacht, daß ich meinen Probemonat ſo bald als mir's gefiele antreten ſollte, und daß meine Tante nicht nöthig hätte, bis zu ſeinem Ablauf in der Stadt zu bleiben oder wieder herzukommen, da die Artikel des Uebereinkommens, deſſen Gegenſtand ich war, ihr ja leicht zum Unterſchreiben nach Hauſe geſandt werden könnten. Als wir ſo weit gelangt waren, bot mir Mr. Spenlow an, mich gleich jetzt ein Mal mit in den Gerichts⸗ hof zu nehmen und mir zu zeigen, was für ein Platz es ei. Da ich hierzu geneigt war, gingen wir zu dieſem