16 3 David Kopperfield.
geſteuert hatte— daß ſie nur zu ſagen vermochte, das ſähe dem Doctor ganz ähnlich, und daß ſie außerdem nichts thun, als jene Operation durchmachen konnte, wo ſie ihren Fächer küßte und dann ſeine Hand damit an⸗ tippte. Hierauf machte ſie ihrer Tochter Annie ſanfte Vorwürfe, daß ſie nicht mehr Freude zeige, wenn es ihret⸗ wegen ſolche Freundlichkeiten auf ihren alten Spielkame⸗ raden regne, und unterhielt uns mit verſchiedenen Ein⸗ zelnheiten in Betreff anderer bedürftiger Familienglieder, von denen es wünſchenswerth ſei, daß für ſie gebühren⸗ der Maßen geſorgt werde.
Dieſe ganze Zeit über ſprach ihre Tochter Annie nicht ein einziges Mal, noch erhob ſie die Augen vom Boden. Und dieſe ganze Zeit über ruhte Mr. Wickfields Blick auf ihr, der an der Seite ſeiner eignen Tochter ſaß. Mir ſchien's, als ob er nie daran dächte, daß er von irgend Jemand beobachtet werde, ſondern ſeine Au⸗ gen mit ſolcher Selbſtuergeſſenheit auf ſie und ſeine mit ihrer Perſon verknüpften Gedanken richtete, daß er für gar nichts anderes vorhanden war. Er fragte nun, was Mr. Jack Maldon denn eigentlich in Bezug auf ſich ſelbſt, und an wen er es geſchrieben habe.
„Ei hier,“ ſagte Mrs. Markleham, indem ſie vom Kaminſimſe über'm Kopfe des Doctors einen Brief nahm, „der liebe Junge ſagt zum Doctor ſelbſt— ei, wo iſt's nur gleich?— Oh—„ich bedaure, Sie benachrichtigen zu müſſen, daß meine Geſundheit ernſtlich leidet, und daß ich fürchte, mich noch in die Nothwendigkeit verſetzt zu ſehen, auf einige Zeit zurückzukehren, die einzige Art, auf die ich Herſtellung hoffen darf.“— Das iſt ziemlich deutlich, der arme Burſche! Seine einzige Hoffnung auf Herſtel⸗


