Teil eines Werkes 
4. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 5

einer nachdenklichen und weiſen Miene beigewohnt. Er machte nie eine Bemerkung darüber, außer ein Mal, bei welcher Gelegenheit(ich weiß nicht, wie ihm das in den Kopf kam) er plötzlich den Vorſchlag machte, ich ſolle, ein Kupferſchmied werden. Meine Tante nahm dieſen Vor⸗ ſchlag ſo ungnädig auf, daß er nie einen zweiten wagte, ſondern ſpäter immer ſich darauf beſchränkte, aufmerkſam zu lauſchen, was ſie vorſchlagen werde, und mit ſeinem Gelde in der Taſche zu klimpern.

Trot, ich will Dir'mal was ſagen, mein lieber Junge, begann meine Tante eines Morgens in der Weih⸗ nachtszeit, wo ich die Schule verlaſſen hatte,da dieſe verwickelte Frage immer noch nicht in's Reine gebracht iſt, und da wir, ſo viel an uns liegt, durchaus keinen Mißgriff thun dürfen in unſrer ſchließlichen Entſcheidung, ſo glaube ich, daß es das Geſcheidteſte ſein würde, wenn wir mit unſern Ueberlegungen'mal ausſetzten. In der Zwiſchenzeit mußt Du verſuchen, die Sache von einem andern Geſichtspunkte aus, als von dem eines Schul⸗ knaben zu betrachten.

Das will ich, Tante.

Da iſt mir eingefallen, fuhr meine Tante fort, daß eine kleine Veränderung und ein Blick in's Leben, wie es draußen iſt, Dir von Nutzen ſein könnten, indem ſte Dich anleiten, Dein eignes inneres Weſen zu erkennen und ein beſonneneres Urtheil zu fällen. Wie, wenn Du jetzt eine kleine Reiſe machteſt? Wie zum Beiſpiel, wenn Du in die Gegend des Landes gingſt, wo Du früher warſt, und jene jenes närriſche Frauenzimmer, mit dem tollſten Namen von der Welt, beſuchteſt, ſagte meine

Tante, indem ſie ſich ihre Naſe rieb; denn ſie konnte es Peggotty nie ganz verzeihen, daß ſie ſo hieß.

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