Teil eines Werkes 
4. Theil (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4 David Kopperfield.

haften Gemüthe ſo mächtig, daß es mir, wenigſtens nach meiner jetzigen Anſchauungsweiſe, ſcheint, als ob ich die Schule ohne jene Betrübniß verlaſſen habe, welche ich von Natur wohl gefühlt haben würde. Dieſe Trennung hat nicht den Eindruck auf mich gemacht, welche andere Tren⸗ nungen gewöhnlich haben. Ich bemühe mich umſonſt, mir meine damaligen Gefühle und unter welchen Umſtän⸗ den ich ſchied, in's Gedächtniß zurückzurufen; es ſteht nicht mehr klar vor meiner Erinnerung. Ich glaube, daß die Ausſichten, welche ſich mir eröffneten, meinen Blick trübten. Ich weiß, daß die in meiner Jugend gemachten Erfahrungen wenig pder gar keinen Werth hatten, und daß das Leben mehr einem großen Märchen, welches ich eben zu leſen anfing, ähnelte, als irgend etwas Anderem. Meine Tante und ich hatten ſchon öfters ernſte Ver⸗ handlungen über den Beruf gepflogen, dem ich mich wid⸗ men ſollte. Seit einem Jahre oder noch länger hatte ich nach einer befriedigenden Antwort auf ihre oft wieder⸗ holte Frage, was ich am liebſten werden möchte, geſucht. Aber ich hatte zu nichts eine beſondere Hinneigung in mir entdeckt. Hätte man mir Kenntniſſe in der Schiff⸗ fahrtskunde beibringen können, hätte man mir den Befehl über eine ſchnellſegelnde Secerxpedition übertragen, ſo daß ich auf einer ruhmreichen Entdeckungsreiſe die Welt hätte umſegeln können, dann, glaube ich, würde ich mich als ganz in meinem rechten Wirkungskreiſe betrachtet haben. Da ſich jedoch ein derartiger märchenhaft abenteuerlicher Auftrag nicht fand, ſo war mein Wunſch, mich einem Berufe zu widmen, welcher nicht zu tiefe Griffe in ihren Geldbeutel nöthig machte, und meine Pflicht darin zu erfüllen, welcher Art er auch ſein möge. Mr. Dick hatte unſern Berathungen regelmäßig mit