Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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166 David Kopperfield.

Aber ich kann walzen(und zwar zufällig ziemlich gut) und ich trete mit Miß Larkins an. Ich nehme ſte mit ernſthaftem Geſichte von der Seite des Kaptain Vailey weg. Er iſt unglücklich dadurch, ohne Zweifel, aber er gilt mir gar nichts. Ich bin ebenfalls unglücklich gewe⸗ ſen. Ich walze mit der älteſten Miß Larkins! Ich weiß nicht wohin, zwiſchen wem und wie lange. Ich weiß nur, daß ich in einem Raume, mit einem blauen Engel, in einem Zuſtande wonnigen Taumels hinſchwebe, bis ich mich mit ihr in einem kleinen Zimmer auf einem Sopha ausruhend wiederfinde. Sie bewundert eine Blume (eine rothe japaniſche Camelie, die mich eine halbe Krone koſtete) in meinem Knopfloche. Ich gebe ſie ihr und ſage:

Ich fordere jedoch einen unſchätzbaren Preis dafür, Miß Larkins.

Ei in der That! Worin beſteht der? entgegnet Miß Larkins.

Eine Blume von Ihnen, damit icj ſie, wie ein Gei⸗ ziger ſein Gold, aufbewahre.

Sie ſind ein kecker Knabe!* ſagte Miß Larkins.Da.*

Sie giebt mir die Blume, und zwar nicht geärgert, und ich drücke ſte an meine Lippen und ſtecke ſie dann an meine Bruſt. Miß Larkins lacht, legt dann ihre Hand durch meinen Arm und ſagt:Nun führen Sie mich zu Kapitain Bailey zurück.

Ich bin noch ganz verloren in der Erinnerung an dieſes köſtliche Zuſammenſein und den Walzer, als ſie mit einem ſchlichten ältlichen Herrn am Arme, der die ganze Nacht Whiſtgeſpielt hat, wieder auf mich zukommt und ſagt:

Oh hier iſt mein kecker junger Freund. Mr. Cheſtle wünſcht Ihre Bekanntſchaft zu machen, Mr. Kopperfield.