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David Kopperfield. 167
Es fällt mir plötzlich ein, daß er ein Freund der Fa⸗ milie iſt, und ich fühle mich ſehr geehrt.
„Ich bewundre Ihren Geſchmack, mein Herr,“ ſagt Mr. Cheſtle,„Er macht Ihnen Ehre. Ich glaube, Sie haben kein großes Intereſſe am Hopfenbau, aber ich mei⸗ nestheils bin ein ziemlich bedeutender Hopfenerzeuger, und wenn es Ihnen einmal Spaß machen ſollte, in unfre
Gegend— Gegend von Aſhford— zu kommen und einen Abſtecher nach unſerm Orte zu unternehmen, werden
wir uns freuen, wenn Sie ſo lange bei uns bleiben, als Sie wollen.“
Ich danke Mr. Cheſtle warm und ſchüttele ihm die Hand. Ich glaube, ich bin in einem glücklichen Traume. Ich walze noch einmal mit Miß Larkins— ſie ſagt, ich tanze ſo gut! Ich gehe in einem Zuſtande unbeſchreibli⸗ cher Wonne nach Hauſe und walze im Geiſte die ganze Nacht hindurch, meinen Arm um die blaue Taille meiner theuren Göttin geſchlungen. Noch mehrere Tage darauf bin ich verſunken in begeiſterte Gedanken, aber ich ſehe ſie weder in der Straße, noch wenn ich in ihrem Hauſe vorſpreche. Nur unvollkommen tröſtet mich über dieſe getäuſchten Erwartungen das geheiligte Liebespfand, die verwelkte Blume.
„Trotwood,“ ſagt Agnes eines Tages nach dem Eſſen. „Wer denken Sie, iſt im Begriffe, ſich morgen trauen zu laſſen?'s iſt Jemand, den Sie bewundern?“
„Sie doch nicht etwa, Agnes?“
„Ich!“ entgegnete ſte, indem ſie ihr heiteres Geſicht von den Noten erhebt, die ſie abſchreibt.„Hörſt Du ihn, Papa?— Nein, die älteſte Miß Larkins meine ich.“
„Mit— mit Kapitain Bailey?“ habe ich gerade noch genug Kraft zu fragen.
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