David Kopperfield. 165
wie mich dieſer Rückblick mir zeigte— und wahrhaftig recht beſcheiden; aber alles das geht trotzdem vor ſich.
Ich kehre nach dem Hauſe der Zauberin zurück, wo es eine Menge Lichter, viel Geplapper, Muſik, Blumen und(ein trauriger Anblick für mich) Officiere giebt, und wo die älteſte Miß Larkins als ein Wunder von Schön⸗ heit ſtrahlt. Sie iſt in Blau gekleidet und trägt in den Haaren blaue Blumen— Vergißmeinnichte— als obſie es nöthig hätte, Vergißmeinnichte zu tragen! Es iſt die erſte wirkliche Abendgeſellſchaft von Erwachſenen, zu der ich eingeladen worden bin, und ich fühle mich ein wenig unbehaglich; denn es ſcheint, als ob ich zu Nie⸗ mand gehöre, und Niemand ſcheint mir etwas zu ſagen zu haben, ausgenommen Mr. Larkins, der mich fragt, was meine Schulkameraden machen, was er nicht nöthig hat, da ich nicht dorthin gekommen bin, um beleidigt zu werden. Aber nachdem ich einige Zeit an der Thür ge⸗ ſtanden und meine Augen an der Göttin meines Herzens geweidet habe, nähert ſie ſich mir— ſie, die älteſte Miß Larkins! und fragt mich freundlich, ob ich tanze.
Ich ſtammle mit einem Bücklinge:„Mit Ihnen, Miß Larkins.“
„Mit keiner Anderen?“ erkundigt ſich Miß Larkins.
„Ich würde kein Vergnügen dabei finden, mit einer Anderen zu tanzen.“
Miß Larkins lacht und erröthet(oder ich bilde mir ein, ſie erröthet) und ſagt:„Den übernächſten Tanz ſoll es mich freuen.“
Der Tanz kommt an die Reihe.„Es iſt Walzer, dächt' ich,“ bemerkt Miß Larkins zögernd, als ich mich ihr präſentire.„Walzen Sie? Wo nicht, wird Kapitain Bailey—“*
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