Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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164 David Kopperfield.

das Haus, und frage mich, welches wohl das Kämmerlein der älteſten Miß Larkins ſein möge(wobei ich, wie ich jetzt geſtehen darf, Mr. Larkins Schlafkammer für die ihre anſah) und wünſche, daß ein Feuer ausbrechen, daß die verſammelte Menge vor Schreck ſich nicht rühren kön⸗ nen und daß ich, mit einer Leiter durch ſie hindurchſtür⸗ zend, dieſelbe gegen ihr Fenſter anlegen, ſie in meinen Armen retten, nach etwas, was ſie liegen gelaſſen, um⸗ kehren und in den Flammen untergehen möchte. Denn ich bin gemeiniglich ohne Selbſtſucht in meiner Liebe und glaube, ich könnte mich begnügen, einmal vor Miß Lar⸗ kins den Helden zu ſpielen und meine Seele auszu⸗ hauchen.

Gemeiniglich, aber nicht immer. Manchmal er⸗ heben ſich glänzendere Bilder der Zukunft vor mir. Wenn ich mich in Glanz werfe(was nämlich zwei Stunden in Anſpruch nimmt, für einen großen Ball, der bei den Lar⸗ kins gegeben wird, und den ich drei Wochen im Voraus genieße), ſo laſſe ich meine Phantaſie mit der Erzeugung lieblicher Bilder gewähren. Ich ſehe mich, wie ich den Muth faſſe, der Miß Larkins eine Erklärung zu machen. Ich ſehe Miß Larkins ihr Haupt auf meine Schulter ſen⸗ ken und ſeufzen:Oh Kopperfield, darf ich meinen Ohren trauen? Ich ſehe Mr. Larkins mir den folgenden Mor⸗ gen ſeine Aufwartung machen und ſagen:Mein lieber Kopperfield, meine Tochter hat mir Alles erzählt. Ihre Jugend iſt kein Einwand. Hier ſind zwanzigtauſend Pfund. Seid glücklich! Ich ſehe, wie meine Tante ihr Herz erweicht und uns ihren Segen giebt, und wie Mr. Dick und Doctor Strong bei der Trauung und Hochzeit gegenwärtig ſind. Ich bin kein dummer Kerl, glaube ich wenn ich ſage: glaube ich, ſo verſteh ich darunter,