Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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David Kopperfield. 151

Richtig wurde ich denn auch nächſten Vormittag aus der Schule abgerufen und fand Mr. Micawber im Sprech⸗ zimmer, welcher vorgeſprochen hatte, um mir zu ſagen, daß das Mittagseſſen wie vorgeſchlagen, ſtattfinden werde. Als ich ihn fragte, ob die Rimeſſe gekommen ſei, drückte er mir die Hand und ging weg.

Als ich dieſen ſelben Abend aus dem Fenſter ſah, verwunderte es mich und war mir höchſt unangenehm, Mr. Micawber und Uriah Heep Arm in Arm vorüber⸗ wandeln zu ſehen: Uriah in Demuch ſich der Ehre be⸗ wußt, die ihm angethan wurde und Mr. Micawber voll von dem holden Vergnügen, ſeine Gönnerſchaft auf Uriah ausdehnen zu können. Aber noch viel mehr verwunderte ich mich, als ich den nächſten Tag um die beſtimmte Eß⸗ ſtunde, welche vier Uhr war, nach dem kleinen Gaſthauſe ging, aus dem, was Mr. Micawber ſagte, zu erfahren, daß er mit Uriah heimgegangen ſei und in Mrs. Heeps Hauſe Grog getrunken habe.

Und ich will Ihnen was ſagen, mein lieber Kopper⸗ field, verſetzte Mr. Micawber,Ihr Freund Heep iſt ein junger Burſche, welcher Generalſtaatsanwalt ſein könnte. Hätte ich dieſen jungen Mann in der Periode gekannt, wo meine Geldverlegenheiten zur Kriſis kamen, ſo iſt Alles, was ich ſagen kann, daß ich glaube, meine Gläu⸗ biger würden um ein gutes Theil beſſer weggekommen ſein, als ſie wegkamen.

Ich begriff kaum, wie das möglich geweſen, indem ich geſehen, daß Mr. Micawber durchaus gar nichts gezahlt hatte; aber ich mochte nicht gern fragen. Auch mochte ich nicht ſagen, daß ich hoffte, er wäre nicht allzu mittheilſam gegen Uriah geweſen, und ebenſo wenig mich erkundigen, ob ſie viel über mich geſprochen. Ich fürchtete, Mr. Micawbers