148 David Kopperfield. indem ſie ihre Stimme dämpfte—„unter uns geſagt— unſer Empfang war kühl.“
„Mein Gott!“ rief ich.
„Ja,“ ſagte Mrs. Micawber.„Es iſt wahrhaft be⸗ trübend, den Menſchen von dieſer Seite zu betrachten, Musje Kopperfield, aber unſre Aufnahme war entſchieden kühl. Darüber waltet kein Zweifel ob. Und kurz, jener Zweig meiner Familie, der in Plymouth anſäſſig iſt, wurde geradezu perſönlich gegen Mr. Micawber, ehe wir eine Woche dort geweſen waren.“
Ich ſagte, und dachte, daß ſie ſich hätten vor ſich ſelber ſchämen ſollen.
„Und doch war es ſo,“ fuhr Mrs. Micawber fort. „Was konnte unter ſolchen Verhältniſſen ein Mann von Micawbers Geiſte thun? nur ein einziger Weg war ihm offen gelaſſen. Von jenem Zweige meiner Familie das Geld zur Rückkehr nach London zu borgen und, koſte es, was es wolle, zurückzukehren.“
„Dann kamen Sie alle nach London zurück, Ma⸗ dam?“ fragte ich.
„Wir Alle kamen zurück,“ antwortete Mrs. Micawber. „Seit dieſer Zeit habr ich mir bei anderen Zweigen meiner Familie Rathes erholt, üder die Laufbahn, die Mr. Micaw⸗ ber am geeignetſten einſchlagen könne— denn ich bleibe da⸗ bei, daß er Lint Kauſbahn ergreifen muß, Musje Kopper⸗ field,“ ſagte Mrs. Micawber im Tone unbeſtreitbarer Beweis⸗ führung.„Es iſt klar, daß eine Familie von ſechs Perſonen, ungerechnet einen Dienſtboten, nicht von der Luft leben kann.
„Gewiß, Madam,“ fagte ich.
„Die Meinung dieſer anderen Zweige meiner Familie,“ 4 ſprach Mrs. Micawber weiter,„iſt, daß Mr. Micawber ſeine Aufmerkſamkeit augenblicklich den Kohlen zuwenden ſolle.“


