146 David Kopperfield.
herrührten,— in den Buſen meines Freundes Kopper⸗ field ausſchütten durfte!“
Nr. Micawber ſchloß dieſen ſchönen Tribut der Freund⸗ ſchaft, indem er ſagte:„Mr. Heep, guten Abend. Mrs. Heep, Ihr Diener,“ dann ſchritt er in der vornehmſten Haltung hinaus, wobei er mit ſeinen Schuhen einen recht anſtändigen Lärm auf der gepflaſterten Hausflur machte und, als wir gingen, ein Liedchen ſummte.
Es war ein kleiner Gaſthof, wo Mr. Micawber ab⸗ geſtiegen war, und er bewohnte ein kleines Zimmerchen in demſelben, welches von dem Zimmer der Reiſediener abgetheilt war und entſetzlich nach Tabak duftete. Ich glaube, es befand ſich über der Küche, weil ein warmer Fettgeruch aus den Spalten der Dielen heraufdrang und ein dicker glänzender Schweiß ſich an den Wänden ange⸗ ſetzt hatte. Ich weiß, daß es in der Nähe des Schenktiſches war, und zwar von dem Duft der Spirituoſen und dem Klirren der Gläſer her. Hier befand ſich, auf einem klei⸗ nen Sopha lehnend, gerade unter dem Bilde eines Renn⸗ pferdes, den Kopf nahe am Feuer, und mit ihren Füßen den Senf vom Präſentirteller am andern Ende des Stüb⸗ chens wegſchiebend, Mrs. Micawber, zu welcher ihr Gemahl zunächſt allein eintrat und ſagte:„Meine Liebe, erlaube mir, Dir einen Zögling des Doctor Strong vorzuſtellen.“
Ich bemerkte nebenher, daß Mr. Micawber, obwohl er gerade ſo unklar wie immer über mein Alter und meine Stellung in der Welt war, ſich doch ſtets, als einer Sache von vornehmem Klange erinnerte, daß ich ein Zögling von Doctor Strong ſei.
Mrs. Micawber war verwundert, aber zugleich ſehr glücklich, mich zu ſehen. Auch ich war ſehr glücklich, ſie einmal wiederzuerblicken, und nach einer herzlichen Begrü⸗


