Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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David Kopperfield. 17

Ich bin im Begriffe, nach Dover zu gehen, ant⸗ wortete ich.

Wo kommſt Du her? fragte der Keſſelflicker, indem er ſeiner Hand eine andre Wendung gab, um mich ſicherer zu halten.

Ich komme von London, ſagte ich.

Was treibſt Du Dich hier herum? fragte der Keſſelflicker weiter;biſt Du ein Spitzbube?

N nein! ſagte ich.

Nicht, beim Teufel? Wenn Du's große Maul haſt mit Deiner Ehrlichkeit, ſagte der Keſſelflicker,ſo ſchlag ich Dir das Gehirn aus'm Kopfe. Hier machte er mit ſeiner freien Hand eine drohende Bewegung, als ob er mich ſchlagen wollte, und dann ſah er mich vom Kopfe bis zu den Füßen an.

Haſt Du's Geld zu'ner Kanne Bier bei Dir? ſagte er dann.Wenn Du's bei Dir haſt,'raus damit, ehe ich's ſelber wegnehme!

Ich würde es ganz gewiß hervorgezogen haben, hätte ich in dieſem Augenblicke nicht den Augen des Frauen⸗ zimmers begegnet und geſehen, wie ſie ganz unmerklich mit den Achſeln zuckte mit den Lippen that, als ob ſteNein ſagen wollte.

Ich bin ſehr arm, ſagte ich mit einem Verſuche, zu lächeln,und habe gar kein Geld.

Ei, was ſoll das heißen? erwiderte der Keſſel⸗ flicker, indem er mich ſo ſcharf anſah, daß ich ſchier fürch⸗ tete, er ſähe das Geld in meiner Taſche liegen.

Herr! ſtotterte ich. 3

Was ſoll das heißen? ſchrie der Keſſelflicker,daß

Du das ſeidne Schnupftuch meines Bruders trägſt. Her David Kopperfield. III.