Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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16 David Kopperfield.

lich ſchimmerten von reifen Aepfeln, und an einigen Orten waren bereits die Hopfeneinſammler bei der Leſe. Ich hielt das Alles für außerordentlich hübſch und freute mich darauf, dieſe Nacht unter den Hopfenranken zu ſchlafen, indem ich mir die langen Reihen von Stangen und Pfählen, zwiſchen denen ſich die zierlichen Blätter durchſchlangen, als eine angenehme Schlafgeſellſchaft vor⸗ ſtellte.

Die Landſtreicher waren dieſen Tag ſchlimmer denn je zuvor und flößten mir eine Furcht ein, welche mir noch jetzt ganz friſch im Gedächtniß iſt. Mehre von ihnen waren Kerls, die wie die wildeſten Banditen ausſahen und mich, als ich vorbeiging, boshaft anſtarrten und viel⸗ leicht auch ſtehen blieben und mir nachſchrieen, ich ſolle umkehren und mit ihnen reden, und wenn ich das Haſen⸗ panier ergriff, mich mit Steinwürfen verfolgten. Ich er⸗ innere mich eines jungen Kerls nach ſeinem Querſack und Kohlenbecken zu ſchließen vermuthlich ein Keſſelflicker der ein Weibsbild bei ſich hatte und ſich umſah und mich in der erwähnten Weiſe anſtarrte, und mir dann mit ſolch einer fürchterlichen Stimme nachbrüllte, daß ich ſtehen blieb und mich umſah.

Komm hierher, wenn man Dich ruft, ſagte der Keſſelflicker,oder ich ſchlitze Dir gleich Deinen kleinen Wanſt auf.

Ich hielt es für das Beſte, umzukehren. Als ich mich ihnen näherte, wobei ich den Keſſelflicker durch meine Blicke günſtiger zu ſtimmen ſuchte, bemerkte ich, daß das Weibsbild ein blau unterlaufenes Auge hatte.

Wo gehſt Du hin? ſagte der Kerl, indem er mich mit ſeiner rußgeſchwärzten Hand bei der Bruſt am Hemde packte.