David Kopperfield. 15
„Au, meine Augen und Glieder!“ ſchrie er dann, indem er nach einer langen Pauſe mit einer gräulichen Miene aus dem Laden hervorlugte,„wollen Sie nun gehen, wenn Sie noch zwei Pence kriegen?“
„Ich kann nicht,“ ſagte ich,„ich würde vor Hunger ſterben.“
„Au, meine Lunge und Leber! wollen Sie für drei Pence gehen?“
„Ich würde umſonſt gehen, wenn ich könnte,“ ſagte ich;„aber ich brauche das Geld zu nöthig.“
„Au, au, hurrr—r—r r— je!“(es iſt ganz und gar unmöglich, zu beſchreiben, wie er dieſen Ausruf aus ſich herausquetſchte, als er um die Thürpfoſte herum nach mir herausgukte, wobei er nichts als ſein verſchmitz⸗ tes altes Geſicht zeigte)„wollen Sie für vier Pence gehen!“
Ich war ſo ſchwach und matt, daß ich auf dies Gebot hin abſchloß und, nicht ohne zu zittern, das Geld aus ſeiner Klaue nahm und hungriger und durſtiger, als ich je geweſen, ein wenig vor Sonnenuntergang wegging. Indeß eine Ausgabe von drei Pence half mir bald meine Kräfte völlig wiederherſtellen, und ſo hinkte ich, nun wieder in beſſerer Stimmung, noch ſieben Meilen auf der Straße fort.
Mein Bett war für dieſe Nacht abermals ein Heu⸗ ſchober, wo ich, nachdem ich meine blaſenbedeckten Füße in einem Strome gewaſchen und ſte, ſo gut ich vermochte, mit einigen kühlenden Blätter umwickelt hatte, recht be⸗ quem ſchlief. Als ich am nächſten Morgen wieder die Straße betrat, fand ich, daß ſie durch eine Reihe von Hopfenpflanzungen und Obſtgärten lief. Das Jahr war hinreichend weit vorgeſchritten, daß die Obſtgärten röth⸗


