David Kopperfield. 11
ſchwemmt geweſen zu ſein ſchien, unter mehreren Hange⸗ matten, roſtigen Flinten, Wachstuchhüten und verſchiede⸗ nen Bretern herum, welche mit ſo unzählig vielen alten verroſteten Schlüſſeln von ſo unzählig vielen Größen und Formen bedeckt waren, daß die Auswahl groß genug ſchien, um alle Thüren der Welt damit zu öffnen.
In dieſen Laden, welcher niedrig und ſchmal und durch ein kleines, mit Kleidungsſtücken verhangenes Fenſter eher verdunkelt als erhellt war, und in den man auf einigen Stufen hinabſteigen mußte, trat ich mit klopfendem Herzen, welches nicht eben ſehr erleichtert wurde, als ein häßlicher alter Mann, deſſen ganzes untere Geſicht ein ſtoppel⸗ artiger grauer Bart verdeckte, aus einem ſchmutzigen Loche im Hintergrunde herausfuhr und mich bei den Haaren packte. Er ſah fürchterlich aus, der alte Mann in ſeiner ſchmierigen Flanelljacke, und ſtank ſchauderhaft nach Rum. Seine Bettſtelle, bedeckt mit einer zerwühlten und zer⸗ lumpten Art von Flickendecke, befand ſich in dem Loche, aus dem er herausgekommen, wo ein zweites kleines Fenſter eine Ausſicht auf noch mehr Brennneſſeln und einen lahmen Eſel gewährte.
3„Au, au! was wollen Sie hier?“ grinſte dieſer alte Mann in einem grimmigen, eintönigen Winſeln.„Au meine Augen und Glieder! was wollen Sie hier? Au meine Lunge und Leber, was wollen Sie hier? Au, hurrrje, hurrr— r— rje!“
Ich war ſo entſetzt von dieſen Worten und vorzüglich von der Wiederholung des letzten, mir unbekannten Aus⸗ rufs, der wie eine Art Raſſel in ſeiner Kehle ſchnarrte, daß ich nicht zu antworten vermochte, worauf der alte
Mann, indem er mich noch immer bei den Haaren hielt, wiederholte;


