Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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David Kopperfield. 5

ſich hier eine gute Gelegenheit finden möchte, mir den Heißhunger auf einige Zeit fern zu halten. Ich ging nach der nächſten Nebengaſſe, zog meine Weſte aus, rollte ſie nett zuſammen, ſteckte ſie unter den Arm und kehrte an die Ladenthür zurück.Mit Erlaubniß, Herr, ſagte ich, ich möchte dies hier um einen guten Preis verkaufen.

Mr. Dolloby Dolloby war wenigſtens der Name über der Ladenthür nahm mir die Weſte ab, ſtellte ſeine Pfeife auf ihren Kopf gegen die Thürpfoſte, ging gefolgt von mir, in den Laden, ſchneuzte das Licht mit den Fingern, breitete die Weſte über den Zähltiſch, be⸗ trachtete ſie ſich dort, hielt ſie gegen das Licht empor, betrachtete ſie dort nochmals und ſagte ſchließlich:

Was ſoll nu das kleine Weſtchen koſten?

O, das müſſen Sie ja am Beſten wiſſen, erwiederte ich beſcheidentlich.

Ich kann nicht alles Beides, Käufer und Verkäufer zugleich ſein, ſagte Mr. Dolloby. Sagen Sie den Preis für dies kleine Weſtchen.

Würden wohl achtzehn Pence zu viel ſein, meinte ich nach einigem Zögern.

Mr. Dolloby rollte das Kleidungsſtück wieder zuſam⸗ men und gab es mir zurück.Ich würde meiner Familie das Brot vor dem Munde wegnehmen, wenn ich neun Pence dafür geben wollte, ſagte er.

Ein derartiges Geſchäft abzuſchließen, ging durchaus nicht an; hätte es doch mich, einen vollkommen fremden Menſchen, in die Nothwendigkeit verſetzt, ſo unliebſam zu handeln und Mr. Dolloby zu veranlaſſen, ſeiner Familie meinethalben das Brot vor dem Munde wegzunehmen. Meine Verhältniſſe waren indeſſen ſo drückend, daß ich ſagte, ich würde, wenn er wollte, neun Pence dafür neh⸗