Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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6 David Kopperfield. men. Mr. Dolloby gab mir die neun Pence, wenn auch nicht ohne einiges Brummen. Ich wünſchte ihm eine gute Nacht und verließ den Laden ſo viel reicher um dieſe Summe, als ich ärmer um eine Weſte war. Aber wenn ich meine Jacke zuknöpfte, hatte das nicht viel zu ſagen. Ich ſah nun allerdings ziemlich deutlich voraus, daß nächſtens auch die Jacke werde ſpringen müſſen, und daß ich gezwungen ſein werde, mich in Hemd und Hoſen nach Dover auf die Beine zu machen, ja, daß ich mir Glück wünſchen könnte, wenn ich dort auch nur mit dieſen Trüm⸗ mern meiner Bekleidung anlangte; aber ich dachte an dies Alles doch nicht ſo ſehr, als man vermuthen könnte. Außer einem ſehr allgemeinen Gedanken an die weite Reiſe, die mir bevorſtand, und an den jungen Menſchen mit dem Eſelskarren, der mich ſo grauſam behandelt, hatte ich, als ich nun mit den neun Pence in der Taſche weiter

ſchritt, meines Wiſſens kein ſehr quälendes Gefühl meiner

traurigen Lage.

In Bezug auf die Art und Weiſe, wie ich die Nacht veybringen würde, war mir ein Plan eingefallen, den ich in's Werk zu ſetzen ging. Derſelbe beſtand darin, daß ich mich hinter die Mauer, welche hinter meiner alten Schule herumlief, in einen Winkel legen wollte, wo ſich ein Heu⸗ ſchober zu befinden pflegte. Ich bildete mir ein, daß dies immerhin eine Art von Zuſammenleben mit den dortigen Knaben ſein werde, und dachte daran, wie ich dort dem Schlafzimmer, wo ich meine Geſchichten einſt erzählt, ſo nahe liegen werde; wenn auch die Knaben von meinem Dortſein nichts wußten, und das Schlafzimmer mir kein Obdach gewährte.

Ich hatte mich den Tag über hart angeſtrengt, und war ziemlich abgehetzt, als ich endlich nach der Ebene von