Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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David Kopperfield.

Wetter. Als ich wieder Athem geſammelt und meine von Weinen und Heulen erſtickte Stimme wiedergewonnen hatte, ſtand ich auf und ging weiter. Mitten in meiner Betrübniß hatte ich nicht den leiſeſten Gedanken an ein Wiederumkehren, und ich zweifle, ob mir ein ſolcher bei⸗ gekommen wäre, ſelbſt wenn ein Schneefeld auf der Kent⸗ ſtraße gelegen hätte, ſo groß und ſo kalt wie auf den Schweizerbergen.

Aber der Umſtand, daß ich im Ganzen nur noch drei Halfpence beſaß(und ich wundere mich wahrlich, wie dieſe dazu kamen, in einer Sonnabends⸗Nacht noch in meiner Taſche zurückgeblieben zu ſein) beunruhigte mich nichts⸗ deſtoweniger, wenn ich an die Weiterreiſe dachte. Ich malte mir es ſchon aus, ich ſah ſchon das Stückchen Zei⸗ tungspapier vor mir, auf welchem zu leſen war, wie ich in einem oder zwei Tagen todt unter einer Hecke gefunden worden, und ſo ſtolperte ich voll Jammer und Betrübniß, aber trotzdem ſo ſchnell ich nur konnte, weiter, bis ich zu⸗ fällig an einem kleinen Laden vorbei kam, wo man, wie ein Schild über der Thür beſagte, Damen⸗ und Herren⸗ garderobe kaufte und die beſten Preiſe zahlte für Lumpen, Knochen und Küchenabgänge. Der Inhaber dieſes Ladens ſaß in ſeinen Hemdärmeln vor der Thür und rauchte, und da ſich daſelbſt eine große Menge Röcke und Hoſenpaare befanden, welche von der niedrigen Decke herabbaumelten, während drinnen nur zwei dünne Lichte brannten, um die Qualität der Sachen zu zeigen, ſo kam es mir vor, als ob er wie ein Mann von rachgierigem Gemüthe ausſähe, der alle ſeine Feinde gehängt habe und ſich nun ſeiner Thaten freue.

Meine neuerlich bei Mr. und Mrs. Micawber geſam⸗ melten Erfahrungen brachten mich auf den Gedanken, daß