David Kopperfield.
mehr will ich Mr. Micawber verlaſſen. Nein!“ ſchrie Mrs. Micawber in immer größerer Aufregung,„nimmer⸗ mehr werd' ich das thun. Es nutzt nichts, mich darum zu bitten.“
Ich fühlte mich höchſt ungemüthlich— klang's doch, als ob Mrs. Micawber vermuthete, ich habe von ihr verlangt, ſie ſolle etwas derartiges thun— und ſah ſie voll Angſt an.
„Mr. Micawber hat ſeine Fehler. Ich leugne nicht, daß er unbedachtſam iſt. Ich leugne nicht, daß er mich im Unklaren gelaſſen hat über ſeine Hülfsquellen und ebenſo über ſeine Verbindlichkeiten,“ fuhr ſie fort, indem ſie die Wand anſah;„aber nimmermehr werd' ich Mr. Micawber verlaſſen!“
Da Mrs. Micawber ihre Stimme jetzt zu einem voll⸗ ſtändigen Kreiſchen erhoben hatte, ſo jagte mir das ein ſolches Entſetzen ein, daß ich nach dem Clubzimmer fort⸗ rannte, wo ich Mr. Micawber als Vorſitzenden an einer langen Tafel fand, und ihn in der Leitung des Chorus von dem Fuhrmannsliede:
Hü ha, Lieſel, Hü ho, Lieſel, Hü ha, Lieſel, Hü ha und hü ho— o— o:
mit der Nachricht unterbrach, daß ſich Mrs. Micawber in einem bedenklichen Zuſtande befände, worauf er augen⸗ blicklich in Thränen ausbrach und, die ganze Weſte voll Köpfe und Schwänze von Seegarneelen, die ſie zuſammen verſpeiſt hatten, mit mir wegging.
„Emma, mein Engel,“ ſchrie Mr. Micawber, indem er in's Zimmer ſtürzte,„um Gotteswillen, was fehlt Dir?“


