David Kopperfield. 151
iſt der Meinung, daß Mr. Micawber London verlaſſen und ſeine Talente in der Provinz geltend machen ſoll. Mr. Micawber iſt ein Mann von großen Talenten, Musje Kopperfield.“
Ich ſagte, ich glaube das wohl.
„Von großen Talenten,“ wiederholte Mrs. Micawber. „Meine Familie iſt der Meinung, daß, wenn man ſich einigermaßen für ihn verwendet, ſich für einen Mann von ſeinen Fähigkeiten ein Poſten im Zollfache finden laſſen wird. Da nun der Einfluß meiner Familie ein blos lokaler iſt, ſo iſt es ihr Wunſch, Mr. Micawber ſolle nach Plymouth hinuntergehen. Sie halten es für unumgäng⸗ lich nothwendig, daß er auf dem Platze iſt.“
„Damit er gleich bei der Hand iſt?“ fügte ich fragend hinzu.
„Ganz recht,“ erwiederte Mrs. Micawber.„Damit er gleich bei der Hand iſt— für den Fall, daß ſich die Sachen irgendwie zum Beſten wenden.“
„Und gehen Sie auch mit, Madam?“
Die Ereigniſſe des Tages, in Verbindung mit den Zwillingen, wo nicht mit dem Flip, hatten Mrs. Micawber hyſteriſche Zufälle zugezogen, und ſie vergoß Thränen, als ſie ſagte:
„Nimmermehr will ich Mr. Micawber verlaſſen! Mr. Micawber mag in der erſten Zeit ſeine Verlegenheit vor mir verheimlicht haben, aber ſein ſanguiniſches Tempera⸗ ment wird ihn zu der Erwartung verleitet haben, daß er damit fertig werden könne. Das Perlenhalsband und die Armſpangen, die ich von Mama geerbt, ſind für ihren halben Werth weggeben worden, und der Korallenſchmuck, der das Hochzeitsgeſchenk meines Papa war, iſt thatſächlich für einen Spottpreis verſchleudert worden. Aber nimmer⸗


